Karlas (14) Frage zu Handke /Nachtrag und Martenstein mit der Trennung zwischen Werk und Handwerker

Beim Aufwachen erfasse ich, dass Karla die Frage nach der politischen Verführbarkeit, schon des öfteren stellte.

Mein Stottern und Stammeln zur Nazifrage (ja diesen Begriff fand ich auch deplatziert) im Bezug auf Handke, gestellt von Karla zwischen meinem Putzen der Küche, Wäsche aufhängen und Hundeversorgung; ging nicht. Ich hätte um Aufschub bitten sollen.

Stattdessen stammelte ich von Europa statt EU, von technisch statt global. Die Geschwindigkeit des Tages liess keinen Platz mehr um denken zu können.

Immerhin war ich in der Lage gewesen zu sagen:

„Er hat versucht die andere Seite zu verstehen. Vielleicht hat er sich da verrannt. Ich kann das nicht beurteilen. Der Witz ist nur, dass manche urteilen ohne ihn gelesen zu haben. Das funktioniert nicht, kann nicht funktionieren.

Tatsächlich fragte mich Karla, ob ich ihr denn erlauben würde, ein bestimmtes Buch zu lesen. Und ich ob ich glauben würde, dass es ihr passieren könne, dann zu kippen.

Wenn man in der Lage sei, Gegenpositionen nachvollziehen zu wollen, sei man auch in der Lage zu kippen. Irgendsoetwas sagte ich. Und das es manchmal schwierig sei, zwischen gut und böse zu unterscheiden. Die Welt bewege sich dazwischen. Wer dir sagt, er hat die Wahrheit, hat sie in der Regel nicht.

Heute morgen Harald Martenstein gelesen. Erfrischend. Sehr erfrischen. Sind Zahnimplantate in den Zähnen von einer extremistisch eingestellten Zahnärztin okay und trägt der Schrank Schuld , wenn er von einem Tischler mit falscher moralischer Auffassung gebaut wurde?

Link hier

Sind schlechte Bücher von politisch gefestigten Autoren besser als gute Bücher von eventuellen Irrläufern ?

Ich träumte wirr in dieser Nacht und werde nun das Haus putzen.