1. Mai mit Sartre und Brecht

Nachts Sartres “ Die schmutzigen Hände “ gelesen, weil ich Camus „Pest“ nicht fand. Ich hatte Mühe mit dem „Gehorchen „, die Partei über alles stellen, Gefühle abtöten.

Später dann „Die Zeit“ ausgelesen. Sehr spannender Artikel über die Sopranistin Simone Kermes und den Musikbetrieb. „Ich bin ganz weich.“

Kurzer Hundespaziergang am Fluss entlang. Kalt, grau und mit aggressiv fahrenden Rennradlern. Früher war ich zwangsdemonstrieren mit Nelke im Knopfloch und „We shall overcome“.

Jetzt noch schnell den zweiten Teil der Brecht Dokumentation, bevor Karla und ich uns zum Brechtabend aufmachen. Ich muss zugeben: ich habs nicht so mit Brecht. Vielleicht liegt das an meiner Brechtsatten Schulzeit.

Nach dem Brechtabend: Der war richtig, richtig gut. Manche Lieder konnte ich noch mitsingen, obwohl sie Jahrzehnte zurückliegen. Ich hab mir ja nach meiner missglückten Sweeney Todd Kritik vorgenommen nicht mehr über Musik und Theater zu berichten, einfach weil ich es nicht kann. Da fehlt mir jegliches Handwerkszeug. Der begeisterte Applaus im nahezu ausverkauften Kulturforum sprach aber für sich. Und die eingeforderten Zugaben auch.

Hingehen lohnt sich!