Von Kräutern und Wildschweinen-Waldpädagogikfortbildung

 

 

Wo jetzt ein paar süß gestreifte Frischlinge in der abendlichen Dämmerung herumflitzen, sollte eigentlich niemand sein. Die unruhige Bache läuft am Zaun hin und her. Das wir ebenso unruhig sind ahnt sie nicht. “ Der Zaun hat ein Loch!“  Wir hoffen, dass es nur Frischlinge durchlässt. Über Waldgefahren sind wir an diesem Nachmittag unterrichtet worden.

Die sichere Höhle ist irgendwann erreicht. Am nächsten Morgen gibt es einen kleinen Einblick in die Welt der Kräuter. Nährstoffarmer Sandboden, wir finden Brennesseln, Giersch, Gundermann, Sauerampfer, Scharfgarbe.  Vielfalt der Pflanzenwelt.  Wir verarbeiten sie zu grünen Brötchen, Kräuterbutter, Kräuterquark, Gierschkartoffeln und wilder Suppe. Die Männer wollen noch schnell eines dieser ausgebüxten Frischlinge erjagen. Seit  sechs Monaten geistert der Frischlingsbraten im Hirn herum, nur um bei jeden Kurs erneut aufzusteigen. Bioschwein gibt es, nur wild ist es nicht, aber schmackhaft allemal. Das sechs Gänge Menü sucht seinesgleichen. Gesättigt und gut gelaunt geht es zur nächsten Tat.

Die Sonne schiebt sich durch regenschwere Wolken. Wie kreieren Seife, Badesalz und Kräuteröle. Die Kursleiterin vermittelt Wissen und Begeisterung. Und dann ist der Kurs auch schon wieder zu Ende.  Mit Auto, Bahn und Bus geht es zurück. Im Bus öffne ich den Rucksack auf der Suche nach Geld. Es entströmt ein intensiver Orangenduft. Die letzten Kilometer lege ich zu Fuß zurück.

Zuhause bin ich allein, nur Hund und Kater finde ich vor. Anna ist mit der Freundin in der Stadt, Julius büffelt bei einem Freund und Karla ist bei einem Chorwochenende. Im Garten hat sich mitten in die Quecke eine wunderschöne Wildrose gesetzt. Auch Holunderblüten werde ich pflücken und zu Tee und Sirup verarbeiten

 

 

Im Wald-Waldfortbildung-Teil3

Greifvögel gehörten nur am Rand zum Programm. Auf den Spuren von Rotwild, Schwarzwild, Eichhörnchen, Ameisen und Co verbrachte ich spannende anderthalb Tage…Ich hab sogar ein paar Spuren entdeckt: Hasenfell im Moos, ein abgenagter Fichtenzapfen der dann doch nicht abgenagt war, Losung vom Reh.

März 2017 Wald Greifvögel

Wald und Naturpädagogik-Fortbildung

naturmandalaZugegeben; die ersten sechs Stunden bei unter null Grad waren eine Herausforderung.  Die frostharten Waldkindergartenerzieher schienen allerdings unbeeindruckt. Aber ich; einen Großteil meiner Arbeitszeit unterm Dach verbringend,  hatte zu kämpfen. Trotzdem: Es war toll.

Das erste Wochenende war dem Kennenlernen und der Wahrnehmung gewidmet. Thema: Flowlearning.

Wir legten ein großes Naturmandala, schrieben Geräuschemaps, ließen uns mit verbundenen Augen durch den Wald führen und spielten Bewegungsspiele zum Aufwärmen. Meine Kondition zeigte sich als verbesserungswürdig. Frühstück und Mittagessen auf dem Waldsofa. Die Profis verrieten Tricks gegen die Kälte. Irgendwann fror ich dann doch.

Das 2. Wochenende war dieses. Zur Kälte kam ein gemeiner Ostwind. Mit  Fernglas, Isomatte und in fünf Schichten Kleidung gehüllt,  ging es in den Wald, diesmal mit Vogelkundler. Wir liefen über gefrorenes Laub,  trieben Blaumeisen vor uns her. Warum baut der Specht jedes Jahr eine neue Höhle?  Wie erkennt man Wacholderdrosseln im Flug? Wie ruft der Kleiber? Goldhähnchen, Schwarzspecht, Graureiher, Erlenzeisige, Kleiber, Baumläufer und Singschwäne sahen und hörten wir.

Kalt wurde mir dieses Mal nicht. Spannend waren die Geschichten. Wusstet ihr das Spechthöhlen bis zu achtzig Jahre halten und von verschiedensten Vogelgenerationen bewohnt werden?  Der 2. Teil fand dann im Warmen statt und war BNE gewidmet. Wie groß ist unser ökologischer Fußabdruck? Welche Ideen gibt es, um Kindern Nachhaltigkeit nahe zu bringen.

Der Kurs hält mehr als ich mir davon versprochen habe. Es ist eine nette Gruppe und es sind gute Dozenten aus den verschiedensten Bereichen. Die ersten Ideen habe ich

gleich in der Praxis ausprobiert. Die Kinder hatten sehr viel Spaß, als blinde Raupe durch  den Wald zu gehen, Bäume zu ertasten und dem Wald zu lauschen. Naturmandalas, Tinte aus Galläpfeln, Limonade aus Brennesseln, Mehl aus Bucheckern mahlen, Räuchermännchen selbst schnitzen, Holunderpfeifen herstellen- diese Dinge haben wir im Kindergarten bereits umgesetzt.   Die Natur selbst ist Therapie in unserer schnelllebigen, von Medien dominierten Zeit. Eine Zeit lang habe ich mit einigen Kindern Morgengrauenspaziergänge gemacht.  Urlaubs und krankheitsbedingt war nun eine Pause. Immer wieder fragten die Kinder nach dieser Morgenzeit im Wald. Und morgen geht es wieder los.