Chaotischer Freitag

Es gibt Tage die beginnen schon so:

unruhig, chaotisch, unvorhersehbar.

Ich übertreibe nicht, wenn ich schreibe, dass ich völlig erledigt von der Arbeit nach Hause kam.

Demzufolge war ich glücklich, als der Gatte anbot Karla zur Probe zu fahren. Aber dieser Tag steht unter einem merkwürdigen Stern. Ich war gerade mitten in einem dienstlichen, wichtigen Telefonat, als Karla per Telefon anklopfte und atemlos sagte ihr Vater hätte sie an einen falschen Ort gefahren. Kurzerhand brach ich das Telefonat ab und überführte Karla zum richtigen Ort. Zum Zurückfahren war es zu spät. Also las ich im Reader, endlich.

Aber noch ist die Dokumentation nicht geschrieben, die Nach- und Vorbereitung nicht gemacht, sind die Hunde nicht Gassi gewesen.

Und außerdem wollte ich zum Begleitprogramm der Lotte Lasersteinausstellung, hatte aber nicht nach einer Mitfahrgelegenheit für Karla gesucht, musste sie also selbst abholen und mich von der Gästeliste streichen lassen.

So ein Tag ist das, wo nichts so läuft wie es soll.

An lesen ist kaum zu denken, das formulieren wird eckig und farblos. Das Haus ist noch nicht geputzt.

Ich würde gern: Der Gott der Stadt weiterlesen. Ein paar Regiestudenten an einer renommierten ehemals Ostberliner Schauspielschule auf den Spuren von Georg Heym.

Über das Posten und das Löschen

Eine kurze Notiz zu Beginn das Tages. Vielen Dank für eure Kommentare zum letzten Beitrag, die geholfen haben das Thema zu sortieren. Ich habe diesen Beitrag wieder rausgenommen, wie so viele andere auch, die hier nur temporär auftauchen. Ich würde das gern so beibehalten und bitte euch nur zu kommentieren, wenn es für euch in Ordnung ist, dass mit diesen temporären Beiträgen auch eure Kommentare nur temporär sind. Das betrifft in der Regel die Beiträge die sich nicht auf das Lesen beziehen.

Habt einen einen schönen Tag und für alle Nordländer: strotzt Wind und Regen. Dieser Dauerregen ist ja doch etwas zermürbend.

Was sich bemerken lässt: Ich habe definitiv weniger Zeit zur Verfügung.

Vielleicht ist es der vollen Stelle geschuldet oder dem vermehrt sozialen Dasein.

Die Arbeit bereitet Freude, ist Erfüllung.

Gestern zusammen mit einer Gruppe von Vorortbewohnern in Dürrematt´s „Die Panne “ gewesen.

Es ging um Schuld und frei sein von Schuld. Das schuldlose Dasein wird in Frage gestellt.Toll gespielt vom Werkstatttheater.

Heute morgen habe ich Hendrik von menuchaprojekt bei seiner Predigt zugehört. Danke für die Einladung Hendrik! Zum einen finde ich es per se spannend, wenn man den Menschen, dessen Blogbeiträge man seit Jahren liest, mal in der realen Welt erlebt. Und ich mochte die Predigt. Sie war spannend und Impuls gebend. Man merkte das dann auch an der Stille die einkehrte.

Es regnet bereits den ganzen Tag. Kiel überzieht eine geschlossene graue Wolkendecke. Kein Licht, Wind und Regen, Regen, Regen. Ununterbrochen. Ein paar Möwen kreischen, sonst ist es still.

Im offenen Bücherschrank habe ich gestern die „Tagebücher von Käthe Kollwitz“ gefunden. Auf das Lesen derselben freue ich mich.

Heute entrinne ich dem Einheitsgrau noch mal durch einen Besuch im Kino. Wir sehen „Judy“.

Habt einen schönen Sonntagnachmittag und Abend und falls ihr auch von diesem Grau betroffen seid: Lasst euch nicht unterkriegen!.

Adventssequenz

Die Tokarczuk Geschichte am Morgen macht den Tag von Beginn an besonders. Die Geschichte von Eryk dem Fährmann, erstarrt in seinem Alltag, in seinen Gewohnheiten, seinem Blick auf die Dinge. Das Leben wirft keine Fragen mehr auf. Nur noch Antworten.

Ein Städtchen Wind und fortwährenden Regen ausgesetzt, man versteht nicht, was die Menschen hier hält. Ich versinke in lähmender Festigkeit bis ….Der Schluss überrascht mich dermaßen, dass ich; und dieses geschieht selten, gut gelaunt vor der Zeit aus dem Bett springe. Auf dem Weg zur Arbeit ein feuriges spanisches Weihnachtslied. Klara ist aus Leipzig wieder gekommen. Sie wollte unter anderem in die Motette. „War nicht“, sagt sie. „Weihnachtsoratorium.“ „Ja und?“, frage ich. „Nun ja“, sagt sie, „Was soll ich sagen. Die Kirche war umstellt von Touristenbussen, ein Durchkommen war nicht möglich und eine Karte kostet 120 Euro.“

Als ich noch ein Kind war, lief ich bei meiner Mutter an der Hand über den halleschen Markt. Es war Dezember, Schnee lag und aus der Kirche klang: Schlafe mein Prinzchen, schlaf ein. „Das ist der Thomanerchor“, hatte sie beinahe ehrfurchtsvoll gesagt.Eigentlich wollten meine Mutter und ich, dieses Jahr zusammen nach Leipzig.