Die dritte Woche im Mai mit „Face your fear“ und Zirkus Furioso

Muttertagsgeschenk. Besonders war, dass meine nun schon jugendlichen Kinder zum ersten Mal an den Muttertag dachten und sich wirklich Mühe gegeben haben. Nur ich hatte ihn vergessen….
Am Tag der kalten Sophie am Strand. April und Mai haben getausch. Es war so kalt und windig gewesen.
Sushiessen im Soho: lecker. Yulia als waschechte Japanerin, weihte uns in die Geheimnisse des Sushiessens ein. Ein schoner Nachmittag mit Yulia, Emilia, Anna und Julius.

Gelesen: Verloren in Amerika von Isaac B. Singer. Sehr melancholisch und weltverloren.

Gesehen: Face your fear (Kieler Nachrichten Beitrag von Thomas Richter) im Schauspielhaus : sehr intensiv, sehr sehenswert (heute noch einmal und am 21. Mai)

Der Jugendclub des Schauspielhauses zeigt unter der Leitung von Marie Coring ein eindringlich gespieltes und getanztes Stück zum Thema Angst in Anlehnung an E.T. A Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“.

Ich fand diese Inszenierung sehr spannend und Klasse.

Gesehen/Gehört : Zirkus Furioso im Operhaus, aufgeführt von den Akademien (Jugendchor der Oper, Ballettakademie, Orchesterakademie am Theater Kiel. Ein tolles Familienkonzert!

Gefreut: über vieles, aber besonders über Face your fear

gestern lief mir ein Hase im Lichte des Vollmonds fast vor das Auto. Mitten in der Stadt!

geängstigt: hab die Kokons der eingesponnenen Raupen in ein grösseres Behältnis umgesiedelt. Die Kokons gerieten deutlich in Stress. Hoffentlich wird das was mit den Schmetterlingen.

Geärgert: Ach das gewöhne ich mir ab.

Samstag mit Isaac Bashevis Singer-Notizen

Verloren in Amerika von Isaac Bashevis Singer:

Entwurzelung, Verlorenheit, Einsamkeit.

Emigration des Protagonisten von Polen in die USA, Verlust des Jiddischen und die Furcht vom amerikanischen Mainstream und dem schönen Schein aufgesogen zu werden. Zu einem großen Teil autobiographisch. Eine literarische Sprachgattung verschwindet. Das Jiddisch: mittelhochdeutsch, das durch Emigration mit russischen, polnischen Elementen angereichert wurde.

Völlig anderes Thema:

Im Restaurant mit Sina und Yulia

„Wieso?“, fragte mich Sina, „erzählt einer noch zwanzig Jahre später alte Geschichten von Heimat?“

Weil die Herkunft nicht zwanzig Jahre weit weg ist, auch nicht vierzig oder fünfzig. Sie ist im Jetzt integriert, man trägt sie mit sich herum. Sie ist im Äußeren abgespalten, im Inneren aber nicht. Es ist das was einen zu einem großen Teil ausmacht, geprägt hat, noch prägt. Das denke ich, sage es aber nicht, weil es zu sehr nach Rechtfertigung klingen würde.

In dieser Woche las ich nur dieses eine Buch: Verloren in Amerika“.

Urlaub ab heute. Ein Urlaub in dem ich Berichte schreiben werden und Abschiede vorbereite. Zum Auftakt habe ich geputzt und im gesamten Haus Flieder verteilt. Der Postbote brachte einen Hemingway: „Über den Fluß und in die Wälder.“

Die Sonne scheint. Anna hat Übernachtungsgäste mit nach Hause gebracht. Ich war zornig, weil ich zwei Uhr aufwachte und sie von der Party noch nicht zurückgekehrt war. In einem Jahr ist sie achtzehn.

Am Nachmittag werde ich mich mit Yulia, Emilia und Anna zum Sushiessen treffen, bevor wir ins Theater gehen. „Face your fear.“

Im Opernhaus ist morgen ein wirklich schönes Familienkonzert mit den Akademien am Theater: Zirkus Furioso.

Samstag mit Hemingway

Hemingway lesen, während in unmittelbarer Nachbarschaft echte Kerle Whisky verkosten, hat was.

Ich sitze im Studio Kino, warte auf Luise, lese „Schnee auf dem Kilimandscharo zu Ende, während ein alter Mann mit weißen, langen Bart und bekleidet mit einem Schottenrock, eine Rede hält.

Später gehe ich zu „Der alte Mann und das Meer“ über.

„Wir müssen mal nach Schottland“, wird Luise später sagen. Und ich pflichte ihr bei, denn ich will irgendwann noch einmal die Klippen von Rackwick und das Haus von John sehen. John war kein Fischer. Er war Fischfarmer.

Mitten im Kampf von Santiago dem alten Fischer und dem Marlin, trifft Luise doch noch ein. Wir sehen „Green Book“, einen Film über Don Shirley und seine Konzertreise mit dem aus einfachen Verhältnissen stammenden Vallelonga durch die Südstaaten. Vallelonga passt auch zu Hemingway.

Später, die Whiskyverkoster waren bereits gegangen, haben wir noch bis in die Nacht hinein geredet. Über Dinge die enden und Neuanfänge.

Es ist Samstag. Nach all dem sozialen Leben ein stay at home Tag mit „In einem anderen Land“ und Berichten die zu schreiben sind.

Eine Amsel hat an unserer Hauswand im Dickicht der Hecke ihr Nest gebaut. Es stört sie, dass ich sie bei der Versorgung der Kleinen beobachte. Vielleicht verdammt sie auch mein untätiges Dasein, während sie im steten Existenzkampf gegen Katzen und Marder dem Tod ihre kleine Amselstirn bietet. Das Leben im Nest verlangt laut tschilpend mit weit aufgesperrten Schnabel nach Nahrung.

Wochenrückblick 4. Aprilwoche 2019

Gelesen: „Die Zeit“

Besonders interessiert hat mich der Beitrag über das Erwachsen werden und der Verarbeitung von Emotionen, je nach Alter in der Amygdala oder dem präfrontalen Cortex.

Bücher: Jochen Klepper : Unter dem Schatten deiner Flügel

Hemingway, Schnee auf dem Kilimanjaro , habe beschlossen um es mal mit Hemingways Worten zu sagen : „Das Fett von der Seele wegzutrainieren.“

Kreisler

Gesehen: Tajnosti , ich finde nicht dass dieser Film eine Komödie ist, eher eine späte Coming- of- Age Geschichte mit der Musikerin Iva Bittova

Die zwei Leben der Veronika/ Kieslowski: Diesen Film hatte ich früher sehr gern gesehen, jetzt war er mir dann doch zu emotional überfrachtet und die Plattitüden machten ungeduldig

Allein die Bilder von Krakau und die Musik machen den Film aber schon lohnenswert.

Gehört: Spe in Alium

Iva Bittova: Seid nüchtern und wachet, ziemlich schräg,

Divna slecinka

Getan: Spaziergang mit Hund über Löwenzahnwiesen

das von den Ferien gezeichnete Haus ( drei Pubertierende haben über 14 Tage hinweg hier ganze Arbeit geleistet) wieder eingefangen.

Gelesen, gelernt

Geplant: Dekalog von Kieslowski

Samstag-mit Osterbräuchen

Hab die Nacht durchgelesen.

Die erste Nachricht des Tages ist von Luise: „Weißt du noch wie das mit den Eiern, Himmelfahrt und Pfingsten war? Würde so gern die Rituale wieder aufgreifen.“

Ab Ostersonntag wird jeden Tag ein Ei an den Kranz gehangen, 40 Tage später werden sie ausgetauscht gegen 10 goldene Eier , zu Pfingsten verwandeln sie sich in 12 Tauben. Hab mal versucht, Ostern mit Ostersonntag beginnen zu lassen. Aber die Kinder haben protestiert und fanden es komisch mit dem Eier aufhängen zu beginnen, wenn alle anderen schon wieder abschmücken. Pfingsten mit den weißen Kerzen ging da schon eher.

Freitag mit einer wild gewordenen Bachstelze oder der Wut Calibans

Eine wild gewordene Bachstelze verziert die Autospiegel der Nachbarn mit ihren Hinterlassenschaften. Es erscheint als verzweifelter Versuch, sich im Spiegel an sich selbst satt zu sehen. Oder ist es die Wut Calibans?

Denke an Dorian Gray. Wäre praktisch ein Bildnis zu haben, in das sich die eigenen Sünden einschreiben, um selbst gänzlich unberührt weiter durchs Leben zu wandeln.

Endlich Gewitter. Ich habe ein Faible für Wind und Regen, Sonne liegt mir auf Dauer nicht.

Ich lese Kreisler. Mag es wie er über Kunst schreibt. Messerscharfe, kluge Sätze, die ich nur häppchenweise bewältige.

Dienstag-Hannelore Elsner ist tot

Hannelore Elsner ist tot.

Ich sehe „Die Unberührbare“.

„Die ganze Verletztheit kommt von ganz tief hier drinnen.Da wird ganz unbarmherzig ein Resümee von meinem Leben gezogen. Von meiner Liebe und von meinem Verständnis für Kunst.“ Hannelore Elsner in „Die Unberührbare“

Karwoche/Ostern

Gesehen/Gehört: Eloise/Akademien am Theater/Kinderoper/Jenkins (richtig Klasse)

„Frau ohne Schatten“/ Opernhaus

Gesehen TV: Basquiat

Pasolini/Matthäusevangelium

Gehört: Matthhäuspassion

Johannespassion

Entdeckt: Louise Bourgeois/Bildhauerin

Gelesen: Deborah Levy/ Was das Leben kostet

Frau ohne Schatten /Hoffmannsthal

Getan: Osterfeuer mit vielen Nachbarn

dav

Osterspaziergang am Lanker See

dig

dav

geplant: Eloise /mit der ganzen Familie