Midoggyparade im September-Wie kam euer Hund zu euch?

Midoggyparade im September: Wie kam euer Hund zu euchSunny und Charly 019Angefangen hat alles mit einem traurigen Ereignis. Ich lag bereits im Bett, als es klingelte. Der Gatte an der Tür rief: Ist Sunny da? “ Nein, brummelte ich verschlafen.“ „Auf der Straße liegt eine angefahrene Katze, weiß.“ Es gab keine weißen Katzen außer der unsrigen in dieser Straße. Es konnte nur Sunny sein.

Der Gatte trug sie auf dem Arm herein, sie war eiskalt aber noch am Leben. Sie hatte keine Chance. Die Kinder kamen um sich zu verabschieden, wir fuhren zum Tierarzt und begruben Sunny , unsere kleine Türkisch Van, wenige Stunden später neben unserem sibirischen Kater Luka.

Ubu, verstand nicht was passiert war, er wartete auf Sunny. Sie hatte stets zwischen seinen Pfoten geschlafen, mit ihm gespielt, war mit Gassi gelaufen. Ubu wartete stundenlang, tagelang. Er lief zum Grab und bedeutete mir, ich solle sie da wieder raus holen, jedenfalls verstand ich es so. Er wartete und wurde immer trauriger.rote farbe 020

„Wir brauchen Gesellschaft für Ubu, er ist kein Hund den man allein halten kann. “ Wir suchten eine gute Tierschutzorganisation und fanden sie. Wir verliebten uns sofort in sie: eine kleine Hündin mit Rehaugen aus Kreta. Sie hatte dort in einer Famile gelebt, mit vielen anderen Hunden und Gewalt erlebt. 20170803_092040

Es gab noch andere Bewerber, letztendlich konnten wir jubeln. “ Ubu , du bekommst Gesellschaft!“ Die Kinder und ich posteten Bilder über Whats App. Die Zeit bis zu ihrer Ankunft erschien unendlich lang.  Dann war es soweit. Ein heißer Tag im Juli. Wir warteten lange. Wie aufregend war es Luna am Flughafen in Empfang zu nehmen. „Das ist ja ein Handtaschenhund“, sagte Julius überrascht. Luna zitterte in ihrer Box. Im Bulli versuchte Julius vorsichtig die Tür der Box zu öffnen um ihr Wasser zu geben. Schwupps, sass sie auf seinem Schoß und ging dort auch nicht mehr herunter. In den ersten Tagen war unser Sohn Julius der Halt für Luna. Sie folgte ihm überallhin. Weder schaute sie Ubu an, noch zeigte Ubu Interesse für sie.

„Du spinnst doch Ubu“, sagte ich beschwörend.  „Das haben wir vor allem für dich gemacht.“ Ubu aber musste das Gefühl bekommen haben , plötzlich zum alten Eisen zu gehören. Er schmollte. Nach etwa einer Woche, änderte sich das. Gemeinsam buddeln sie Löcher im Garten, durchstreifen den Wald und spielen den lieben, langen Tag miteinander.  Der Tag beginnt bereits fröhlich, wenn diese kleine Kokonidame vor überschäumender Energie kaum zu halten ist. “ Komm schon , ein neuer Tag, jeh lass uns den Wald erkunden.“ Sie ist fröhlich und temperamentvoll. Und Ubu. Ubu ist glücklich:)

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Die Sache mit dem Kong oder wie wir Luna versuchen das Bellen abgewöhnen

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In der Nacht lese ich in schlaflosen Stunden “ Mein Findelhund“ von Petra Durst -Benning.

Ihr empfiehlt der Hundetrainer einen Kong. Den Kong hat das Futterhaus vorrätig, die Leber nicht, aber Lunge müsste auch gehen. Auch das konnte ich aus dem Buch lernen: Nicht verfressene Hunde brauchen stark riechende Leckerli.

Zuhause befülle ich mit spitzen Fingern die Kongs mit Lunge. Einen in rot für Ubu, einen in blau für Luna. Kaum schlägt sie an, fange ich an begeistert mit dem Kong zu spielen.  Natürlich wollen die Hunde das haben. Die Ablenkung klappt perfekt. “ Sind die Hunde da?“, fragt der Gatte erstaunt.

„Petra Durst-Benning machts möglich, entgegne ich.  Du musst zugeben, das ist cool, sie bellt nicht mehr.“ Selten zeigt sich der Gatte beeindruckt, nun ist er es.

Und sonst? Singt Karla beim aufräumen Carmina Burana, sind die Pubertiere genervt weil sie aufräumen sollen und wollen mehr Freiheit.  Was in diesem Fall auf Freiheit vom Putzen hinausläuft.  Diesen Freiheitswunsch finde ich verständlich. Ich bereite  das Haus für Besuch vor, Anna bäckt später eine Giottotorte, Julius schleppt Stühle auf die Dachterasse. Die Stimmung ist mäßig. Bei den Foodsharer bekomme ich meine Einarbeitungstermine. Das führt mich assoziativ zur Monatsvorschau bzw. Rückblick.

Im August: haben wir Luna eingewöhnt und ein wunderbares Familienmitglied dazu bekommen

Der Gatte hat eine Dachterasse gebaut, Totholzmauern angelegt, ein Tor gebaut, die Auffahrt fertiggestellt

Wir haben Annas Geburtstag gefeiert

Mit Luna am Strand gewesen

das Haus immer voller Kinder gehabt

festgestellt, das Ferien zu Hause Spaß machen können

Im September werde ich: ein Sommerfest in der Kita feiern

Karlas Geburtstag feiern

bei den Foodshareern einsteigen

ein Waldseminar haben

einen Elternabend besuchen, vielleicht auch zwei oder drei

Äpfel mit den Kindergartenkindern und gemeinsam mit den Kollegen ernten und zu Saft verarbeiten

Erntedank feiern

(Monatsvorschauidee geklaut von Frische Brise)

 

 

Mit Hund im Einkaufszentrum (Achtung Produktplatzierung:)

hund-im-einkaufswagen-877x509Der Junghund muss was erleben und er braucht Augentropfen. Es ist nur naheliegend, dass ich Luna mitnehme. Es ist schon 19.00 Uhr. Voll wird es nicht mehr sein.

Luna nimmt wie immer auf dem Beifahrersitz Platz. Nur ist da kein Kind welches sie festhält. An der nächsten Ampel springt mir Luna in die Arme. „Nein Luna so nicht.“ Beschwichtigend setze ich sie zurück. Ich ahne, dass es eventuell doch keine so gute Idee war, sie mitzunehmen. Aber wir sind fast da, umdrehen möchte ich jetzt nicht mehr und allein im Auto lassen kommt nicht in Frage.  Ich parke den Bulli am Straßenrand, lade Luna aus, sie schnüffelt begeistert.

Am Einkaufszentrum angekommen, gehen wir durch die Glastür. Ich sollte Einkaufszentren nicht mögen wegen Nachhaltigkeit und inhabergeführten Geschäften, aber ich mag den Cittipark in Kiel.  Er ist hell und hat eine entspannte Atmosphäre. An der Rolltreppe nehme ich den Hund auf den Arm. Noch ist alles gut. Erst auf dem spiegelblanken Boden überfällt sie Panik. Sie sitzt auf dem Boden, den Kopf weit nach hinten gestreckt. „Nein.“ sagt ihr ganz kleiner Hundekörper. „Ok Luna, ich sehe ein es war keine gute Idee. Aber ich verspreche dir, wir gehen in den besten Laden der Welt.“ Mit diesen Worten nehme ich sie hoch und trage sie ins  „Futterhaus„. Das „Futterhaus “ mag sie. Begeistert schnüffelt sie an großen und kleinen Packungen, während ich nach Augentropfen suche.

Augentropfen von Anibio und Tränenfleckentferner gefunden und bezahlt, also auf nach Hause. Etwa 200 Meter sind es bis zur Rolltreppe. Luna streikt. Sie sitzt auf der Fußmatte des Lieblingsladens.  „Nein“, sagt ihr ganzer kleiner Hundekörper. Eine junge Dame, lässt sich auf alle Viere herab. “ Hej, hast du Angst? Brauchst du doch nicht.“ Luna lässt sich kraulen, die Großeltern der jungen Dame erzählen von ihrem Hund. Ich locke Luna mit Leberwurst. Für ein paar Meter geht das. Vor dem Sanitätshaus kommen wir zum stehen. “ Nein“, sagt der ganze kleine Hundekörper. Ein Pärchen mit einem älteren Hund kommt vorbei. Der Hund schaut mitleidig zu Luna und bettelt mit betörenden Blick um Leberwurst. “ Oh Gott“, sage ich, „dass dürfte nicht meiner sein. Mit diesem Blick würde der bei mir rund und dick gefüttert werden.“ “ Ach wenn er von unseren Eltern betreut wird, hat er auch jedesmal sich eine Speckschwarte angefressen.“ Das Pärchen erzählt vom Urlaub in Hamburg mit Hund. Der Hund hat glänzendes Fell und strahlende Augen. “ Was füttern sie denn?“ „Aldi Trockenfutter“, sagt die Dame leise, „es ist einfach das Beste.“ Ich fand auch das Ubu mit Alnutra am gesündesten aussah. Das Pärchen geht weiter. Ihr Benni läuft brav mit , Luna bleibt sitzen. Die Sanitätshausverkäuferin schaut lächelnd zu.  “ Hej da seid ihr ja.“ Anne winkt mir zu.  Ich habe sie erst vor kurzem bei einer Party kennengelernt. „Habt ihr sie neu?“ Ich nicke beschämt. „Na dann viel Spaß beim shoppen!, ruft sie mir zu. Ich möchte vor Scham fast im Boden versinken. Wie bloß bin ich auf die blöde Idee gekommen, Luna mit ins Einkaufszentrum zu nehmen?“ Ein älterer, gebrochen deutsch sprechender Mann, bleibt stehen. „Mag sie nicht einkaufen?“, fragt er. Ich zucke hilflos mit den Schultern, nehme Luna kurzerhand auf den Arm und trage sie bis zum Ausgang.  Ein Mann mit wunderschönen Hund läuft neben uns und sagt, “ die kommt nicht von hier oder?“  Ich erzähle kurz Lunas Werdegang. Er bleibt stehen, schaut Luna an und sagt: „Weißt du Luna, du hast doch im Leben schon gelernt dich zu behaupten. Wer aus Griechenland kommt, der  schafft auch Einkaufszentren. “ Luna schnüffelt zufrieden an irgend welchen Ecken. “ Und ihrer frage ich? „Weiß man nicht, sagt er. „Kieler Findelhund, aber er mag Bier.“ Er trifft eine Bekannte die einen Rollkoffer zieht. Rollkoffer mag Luna nicht. “ Ich muss dann mal los“, verabschiede ich mich.

Zuhause schnüffelt Ubu lange an Luna. „Wo warst du denn?“, scheint er zu fragen. „Frag bloß nicht“, lass uns lieber noch eine Runde im Garten toben.

Heute morgen wacht Luna auf, sie will zu neuen Abenteuern. “ Hör zu Luna, zwei Tage brauchst du um das Adrenalin abzubauen, heute gibt es nur Wald.“

Luna kuschelt sich zufrieden um meine Füße, während ich unseren ersten Einkaufsbummel verblogge. Euch allen wünsche ich einen schönen Start ins Wochenende.

Ferien zu Hause-Tag 25-Altweibersommer

 

Erste Brombeeren. Der herbe Vorgeschmack des Herbstes. Der Herbst ist meine Lieblingsjahreszeit. Ich gehöre zu der seltenen Gattung Mensch, der die kürzer werdenden Tage mit Vorfreude erwartet. Die Spinnen weben ihre Netze.

Am Nachmittag bringt der Nachbar ein Fahrrad für Karla. „Wenn sie möchte, kann sie das haben. Ich habe es wieder fit gemacht.“

Morgens kam Julia von gegenüber mit dem Pressluftabflussreiniger von Aldi.  „Willst du mal ausprobieren?“ Er funktioniert hervorragend. Noch etwas später am Nachmittag steht Luise mit ihren Kindern in der Tür. In den Taschen selbst geerntetes Gemüse und Ableger von Blumen. Ich möchte den Vorgarten naturnah gestalten, was vermutlich bedeutet, dass ich schlechte Erde abtragen muss und mit Kompost auffüllen werde. Getreide will ich säen, nur ein Stückchen und nicht im Vorgarten, die Mirabellen müssen geerntet werden.

Ein „Organico Bokashi Komposteimer“ ist in unsere Küche gezogen und verwertet nun auch gekochte Reste.

Luna geht es besser, wenn auch nicht gut.  Die Tierarztkosten betrugen bisher 130 Euro, Leinen, Geschirr und Futter etwa 200 Euro. Sie schläft viel. Ich denke darüber nach mein erstes Hochbeet allein zu bauen. Oder ich beauftrage den Sohn.

Die Pubertiere nörgeln. Sie wollen neues Brot. Ich bestehe darauf, dass das alte erst mal aufgegessen wird, auch wenn es hart ist. Diesem ständige Wegwerfen von Lebensmitteln möchte ich ein Ende bereiten.

 

Ein Hund aus Kreta-Bindehautentzündung oder warum ich Ulysses nicht lese

Wer keine Hundepost lesen möchte, blättert bitte weiter. Luna bestimmt im Moment zu einem großen Anteil unser Leben. Luna kommt schon mit roten Augen auf dem Flughafen an. „Klar“, denken wir, „das ist vom Flug.“

Erste Stipvisite beim Tierarzt.  „Nehmen sie Bepanthen. “  Ubu hat kein Problem mit Medikamentengabe. Er ist einfach zu verfressen. Luna aber, frisst nicht so gern. Leckerli interessieren sie nicht. Nassfutter würde helfen, verträgt sie aber nicht. Mit nach oben gehaltenen Salamistücken oder Wiener Würstchen, gelingt es mit Müh und Not ihr die Augensalbe zu verabreichen. Es wird nicht besser. Zweiter Tierarztbesuch: Luna deutlich ungnädig gestimmt, schnappt um sich. “ Nehmen sie Bepanthen weiter und Euphrasia dazu.“

Der Stress steigt. Luna hasst Augensalbe und Augentropfen auch. Irgendwie gelingt es, aber ich bange um unsere Beziehung. Trotz Euphrasia-es wird schlimmer. Luna hört auf zu fressen. Gestern nachmittag schiebt sich das Lid über das Auge. Luna wirkt abgeschlagen, frisst nicht. Wir fahren zum Notdienst. „Sie ist superlieb“, sage ich, „aber beim letzten Tierarzt hat sie geschnappt.“ Luna bekommt einem Maulkorb. Eine Tierarzthelferin ist nicht vor Ort. Luna wehrt sich und zappelt, bekommt die Augen eingefärbt. „Oja“ sagte die Tierärztin, das ist heftig. Kein Fremdkörper, aber angeschwollen.. Das geht nur noch mit Antibiotika. „Sie müssen es schaffen, dass sie sich von Ihnen festhalten lässt. sonst haben sie irgendwann wirklich ein Problem.“

Luna ist erschöpft. Zuhause wickelt sie sich um meine Beine während ich am Computer sitze. Sie erbricht sich. Kurz nach Mitternacht wache ich auf.  Sie ist am Fressnapf,  sieht mich mich mit fröhlichem Blick an. „Hej mir gehts wieder gut.“

Am nächsten Morgen:

Ich rufe die Tierärztin aus der Nachbarschaft an. „Jana kannst du mir einmal zeigen, wie man Luna die Augentropfen verabreicht?“ „Klar“, sagt Jana, „gegen 10.00 Uhr bin ich da.“ Dann steht sie mit ihrem kleinen Sohn in der Tür. Während er die Umgebung erkundet, nimmt Jana Luna auf den Schoss. Luna hält still. Sie greift mit einer Hand unter die Schnauze und mit der anderen Hand hält sie den Kopf von oben, zieht dabei mit zwei Fingern das Lid nach unten. Kraftaufwand ist nicht notwendig. Ich tropfe ihr die Augentropfen hinein. Luna hält still.  So einfach war das. Jana trinkt noch einen Tee. „Sag Bescheid, wenn du Hilfe brauchst, ich mach das gern. Hast du vielleicht ein Buch für mich?“ Ich habe eines. Ja, so ist das hier im Vorort. Ein lebens und liebenswerter Ort.

Update: Mittags zeigt Julius Anna den Griff. Anna nimmt Luna auf den Schoss. Anna wendet den Griff an. Nichts. Ich tropfe die Augentropfen ins Auge. Luna hält still:)

 

Barfen oder nicht?Urlaub zu Hause Tag 23

Es bleibt dabei. Luna mag das Trockenfutter nicht. Ich überlege zu Barfen. Es gibt einen Barfshop hier in der Nähe.  die Kinder gestalten sich ihr eigenes Ferienprogramm. Karla holte ich gestern am späten Abend noch von der „Dachterasse“. Plaudernd mit der Freundin, fiel es ihr schwer einzusehen, dass es auch in den Ferien Schlafenszeiten gibt.

Julius baut seit seinem Besuch im minecraftcamp unaufhörlich Häuser an der Kieler Förde. Es wurde extra eine Gamingmaus angeschafft. Leider muss er ständig ermutigt werden, sich Kiel auch mal in real anzusehen.

Anna und ihre Freundin haben den Gassigang übernommen. Es gab wüste Disskussionen um die Ressource Hund. Um diese zu verteidigen wird sogar 8.15 aufgestanden. Ich lese wenig, baue an Totholzmauern, koche Mittagessen und bearbeite weiterhin liegengebliebenes.

Soll ich es mit Barfen versuchen oder den Tierarzt nochmal aufsuchen?

Urlaubsmorgen

Luna springt wie eine Hase die Treppen herunter. Sie ist quirlig , voller Energie und auf ihre Zeit bedacht.

„Alter“, sagt Julius, „kann man in diesen Ferien nicht einmal ausschlafen?“ Luna springt an der Schleppleine in den Garten. Das Medikament scheint gewirkt zu haben. Fröhlich sagt sie dem solitären Kater ein „Hallo“. Dieser sitzt die Sache aristokratisch aus.

Sie erkundet den Garten mit Nase auf dem Boden. Der behäbige Ubu ahmt sie nach. Und dann ist es wieder Zeit fürs Bett. Ich sehe gerade noch, wie sich sie mit einem Salto und breiten Grinsen, in Julius Bett stürzt. Hm also mit Matschpfoten ins frisch bezogene Bett….

Die Gruben die der Gatte gräbt sind Vorortgespräch. Es bleibt nicht beim Sprechen, sondern bringt Werkzeug vorbei, bietet Hilfe an. So ist das hier im Vorort und das macht ihn so liebenswert.