Was von Herbert übrig blieb

Jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit, habe ich Reperationsleistungen erbracht: die Pastinakennase und Kohlenaugen wieder eingesetzt. Herbert aber, bestand auf seinem Recht der Auflösung.20171214_090058

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Konservierende Maßnahmen erscheinen glücklos. Auch die Rosen haben sich dem Glyzerin wiedersetzt und sind der Vergänglichkeit anheim gefallen.  Das Leben macht was es will:) Sehr ärgerlich:)

Fundstücke/Tagebuchdurchsicht/Alltag

„Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Friedrich Schiller

Das 95er Tagebuch ist geprägt von den Briefen Schillers: “ Über die ästhetische Erziehung des Menschen.“ Beschließe, in den Bücherhallen daran anzuknüpfen.

Weiterer Satz: „Wenn Projektion aus Mangel entsteht, ist der Weg den Mangel zu ergründen, nicht die Projektionsfläche.“

Nach dem Frühstück spielt Julius auf dem Saxophon : „Wer mag denn schon Oliven“. Es groovt. Nebenan singt der Gatte Senor ten piedad.

Er ist erstaunt als ich einstimme (erst in die Oliven, dann in die Misa Criolla) . Ich halte es für möglich, dass der Gatte vergessen hat, dass ich es war, die ihn vor fünfzehn Jahren bat diese Messe irgendwann mal aufzuführen.

Ich mag Oliven.

 

 

 

Nachtrag/Advent

Nur neunzehn neunundneundzig brüllt jemand über Lautsprecher. Ich bewege mich in einem Pulk, wenn man es denn bewegen nennen will. Advent.

Man könnte ebenso gut eine Herde Schafe durch die Stadt treiben.

Benetton schließt. Auf dem Plakat steht: Alles muss raus. Darunter hat jemand AFD gekritzelt.

Habe heute Abend den Film „Der Vorleser“ gesehen.  Ich kannte die Geschichte nicht. Der erste Schnee bleibt liegen. Die Landschaft wirkt vermeintlich befriedet.

Ich lege Virginia Woolf zur Seite, beginne „Anna und der Schwalbenmann“ zu lesen.