Vierter Donnerstag im Monat-die Idylle ist vorbei

Wenn am Morgen schon der Cappucino aufgebracht ist, nachdem ich in der Nacht von fürchterlichen Träumen geplagt wurde. Kann nicht gut werden, so ein Tag. Liegt vielleicht daran, dass ich Daniela Krien vorm einschlafen gelesen habe: Muldental. Gutes Buch, aber so hoffnungslos verloren, lähmend, da kann noch nicht mal Faserland mithalten. Und Faserland war schon so depressiv, dass ich kurz davor war, die Schule zu bitten, dass Buch umständehalber aus dem Programm zu nehmen. Was man in diesen Zeiten braucht ist doch Ermutigungsliteratur! Ermutigungsliteratur, ich hab früher immer so Sachen gelesen, wie „Timur und sein Trupp“, „Wie der Stahl gehärtet wurde“ und „Verflucht und geliebt“. Allesamt Geschichten die sich um Heldenpersönlichkeiten rankten.Da hat man gar keine Wahl mehr, als selbst der Krise oder den widrigen Umständen die Stirn zu bieten.

Sie wollen nicht wissen was ich gelesen habe? Sie wollen wissen warum die Idylle vorbei ist? Ich erzähle es nicht, nur so viel: der Streit war beträchtlich. Das ist so wie mit Weihnachten, man kann sich da immer fragen ob der Ausnahmezustand sowieso schon vorhandene Sollbruchstellen zum Vorschein bringt oder ob er neue schafft. In der nächsten Woche bin ich nicht mehr im Homeoffice und wissen sie was: Ich bin froh drum. Ich hätte gern einen Ermutigungsbeitrag geschrieben, aber man soll ja bei der Wahrheit bleiben. Und an einem Morgen, nach von Alpträumen schwerer Nacht, ohne Cappucino zu starten, zu wissen, dass der Störfall von gestern keinesfalls behoben ist, vergessen sie es. Wird nichts mit Ermutigungsbeitrag.

Aber die gute Nachricht: Die Kirschbäume blühen, die Meisen haben ihre Meisenknödel, die Sonne scheint. Alles wird gut.

21 Antworten auf „Vierter Donnerstag im Monat-die Idylle ist vorbei

  1. Ich drück die Daumen, das zumindest schnell das gewünschte Getränk wieder vorhanden ist und der Rest? Wird sich bestimmt beruhigen … 😊 … Wie auch Weihnachten nicht in Scherben versinkt … 😉

    1. Das Problem „Faserland“ ist Pflichtlektüre von Anna. Halte ich wirklich gerade für die falsche Buchwahl. Daniela Krien ist toll, aber so heftig dass ich dieses Buch nur in Etappen lesen kann.

  2. Bei mir standen gleich Bilder im Kopf, als ich hörte „Timur und sein Trupp“ und „Wie der Stahl gehärtet wurde“ 🙂 Und schon wurde dein Beitrag durch diese kleinen Hinweise für mich zur Ermutigung.
    Ich wünsche dir ebenfalls Mut für den Tag und wenn du diese Bücher alle lesen musst, dann wünsche ich dir kleine Gedankenpausen zur Heldenlektüre. LG Manuela

  3. In Krisenzeiten werden Bruchstellen sichtbarer UND es kommen neue hinzu. Die Nerven liegen blank, man tobt sich aus, sagt Dinge, die man besser für sich behielte. Und leidet doppelt, wenn man die geübten Formen der Entspannung (raus, Luft holen, Schreien, kurzzeitig Abstand nehmen) nicht einsetzen kann. Und doch kommt alles darauf an, solche Bruchstellen schnell zu diagnostizieren und zu heilen oder jedenfalls zu salben, um eine lange, wertvolle Beziehung nicht in kurzer Zeit kaputt zu hauen. Pass auf! Liebe Grüße!

    1. Danke Gerda, deine Worte treffen es genau. Noch ist hier die ruhe nach dem Sturm, eine Art Totenstille. Ich werde versuchen einen langen Atem zu haben. (Der der mir gestern verloren ging)

  4. Der Schlussatz trifft mein Empfinden … Damit kann man sich trösten. Von „Totenstille“ kann ich leider nicht berichten: Auf dem Land sind jetzt deutlich zu viele Mäner zu Hause, die nichts zu tun haben. Und was macht man als Mann, wenn man nicht lesen, malen, spazieren oder nachdenken will und kann: Man schmeißt die Kreis-, Band oder Kettensäge an und nervt die Nachbarn, man mäht Rasen, wo keiner ist und entdeckt den schon halb verrosteten Steinschneider wieder. Manche motzen auch den ganzen Tag ihre Frau an …. Manchmal denke ich, wie schön es wäre, wenn hier außer mir kein einziger Mann leben würde … oder nur solche, die auch mal gerne ein Buch zur Hand nehmen ….

  5. Bei uns spricht nur mein Sohn von Idylle. „Mama, ist heute wieder Virus?“ – „Ja.“ – „Jeeeee, dann muss ich heute wieder nicht in den Kindergarten! Komm, Mama, wir spielen los!“

    1. Unsere sind ja schon etwas älter und im normalen Alltag sehen wir uns immer nur sporadisch. Jetzt treffen wir uns jeden Abend. Das hat schon was. Es gibt einige Aspekte die ich auch nicht einfach finde. Berichte schreiben, einer braucht etwa 7 Stunden, und der Mann betätigt derweil die Kreissäge, laute Musik usw. Dass die Teenies sich nicht verabreden können ist auch schwierig, insgesamt hat es aber auch eine deutlich positive Seite. Ich ziehe übrigens vor allen Eltern mit kleinen Kindern den Hut in dieser Zeit.

      1. Keiner von uns ist zu beneiden. 😉 Bei uns bin ich der mit den lauten Geräten. Ich freu mich schon auf den nächsten Sonnenschein und bin fest entschlossen, die Terrasse abzukärchern. Das Schreddern habe ich für dieses Jahr schon erledigt. Zur Freude der Nachbarn, versteh sich. Aber die denken, mein Mann wäre der so laut Arbeitende bei uns.

  6. Oh weh – das klingt ernst. Kopf hoch. Und ja: die Sonne, das strahlende Licht helfen doch ein wenig, die Seele aufzuheitern.
    Sonst mache idas nicht – aber da Du sehr viel lieset: Mein Buch „Mokume und die Kunst des Reisens“ ist wirklich aufheiternd.
    Herzliche Grüße
    Sabrina

      1. Leider ! nur bei amazon https://amzn.to/2S81ecV.
        Würde mich natürlich riesig freuen, wenn du es liest und als Viel-leserin Gefallen findest
        Die geplante Neufassung bei einem Verlag als Fotoband in dt. und Engl. Sprache ustcwegen Corona auf unbestimmte Zeit verschoben. Ungla6bluch, was das alles für Auswirkungen hat ( monatelange Arbeit ab der Übersetzung, Lektoring, Fotoauswahl…)
        Viel Vergnügen beim Lesen
        Sabrina

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