Künstler müssen sich aussetzen

„Künstler müssen sich aussetzen, mein Junge. Dein Landsmann Jean Genet kam wegen Waffenbesitzes ins Gefängnis, Hemingway zog in den Krieg, Joseph Beuys hat drei Tage lang mit einem Kojoten in einer Galerie gelebt. Was meinst du , wo Brecht seinen Stoff gefunden hat? Oder wo heute ein großer Regisseur wie Benno Besson seine Ideen herbekommt? Sicherlich nicht davon, dass er zu Hause rumsitzt und liest Das sind Künstler, die leben! Die hinausgehen in die Welt, die sich konfrontieren. „

„Mein Rat an dich: Wage dich vor. Bleib nicht im Elfenbeinturm. Geh nicht zum Nachmittagstee in hübsche Cafes, wenn du Inspiration suchst.

Aus „Gott der Stadt“ von Christine Neudecker

Chaotischer Freitag

Es gibt Tage die beginnen schon so:

unruhig, chaotisch, unvorhersehbar.

Ich übertreibe nicht, wenn ich schreibe, dass ich völlig erledigt von der Arbeit nach Hause kam.

Demzufolge war ich glücklich, als der Gatte anbot Karla zur Probe zu fahren. Aber dieser Tag steht unter einem merkwürdigen Stern. Ich war gerade mitten in einem dienstlichen, wichtigen Telefonat, als Karla per Telefon anklopfte und atemlos sagte ihr Vater hätte sie an einen falschen Ort gefahren. Kurzerhand brach ich das Telefonat ab und überführte Karla zum richtigen Ort. Zum Zurückfahren war es zu spät. Also las ich im Reader, endlich.

Aber noch ist die Dokumentation nicht geschrieben, die Nach- und Vorbereitung nicht gemacht, sind die Hunde nicht Gassi gewesen.

Und außerdem wollte ich zum Begleitprogramm der Lotte Lasersteinausstellung, hatte aber nicht nach einer Mitfahrgelegenheit für Karla gesucht, musste sie also selbst abholen und mich von der Gästeliste streichen lassen.

So ein Tag ist das, wo nichts so läuft wie es soll.

An lesen ist kaum zu denken, das formulieren wird eckig und farblos. Das Haus ist noch nicht geputzt.

Ich würde gern: Der Gott der Stadt weiterlesen. Ein paar Regiestudenten an einer renommierten ehemals Ostberliner Schauspielschule auf den Spuren von Georg Heym.

Über das Posten und das Löschen

Eine kurze Notiz zu Beginn das Tages. Vielen Dank für eure Kommentare zum letzten Beitrag, die geholfen haben das Thema zu sortieren. Ich habe diesen Beitrag wieder rausgenommen, wie so viele andere auch, die hier nur temporär auftauchen. Ich würde das gern so beibehalten und bitte euch nur zu kommentieren, wenn es für euch in Ordnung ist, dass mit diesen temporären Beiträgen auch eure Kommentare nur temporär sind. Das betrifft in der Regel die Beiträge die sich nicht auf das Lesen beziehen.

Habt einen einen schönen Tag und für alle Nordländer: strotzt Wind und Regen. Dieser Dauerregen ist ja doch etwas zermürbend.

Was sich bemerken lässt: Ich habe definitiv weniger Zeit zur Verfügung.

Vielleicht ist es der vollen Stelle geschuldet oder dem vermehrt sozialen Dasein.

Die Arbeit bereitet Freude, ist Erfüllung.

Gestern zusammen mit einer Gruppe von Vorortbewohnern in Dürrematt´s „Die Panne “ gewesen.

Es ging um Schuld und frei sein von Schuld. Das schuldlose Dasein wird in Frage gestellt.Toll gespielt vom Werkstatttheater.

Heute morgen habe ich Hendrik von menuchaprojekt bei seiner Predigt zugehört. Danke für die Einladung Hendrik! Zum einen finde ich es per se spannend, wenn man den Menschen, dessen Blogbeiträge man seit Jahren liest, mal in der realen Welt erlebt. Und ich mochte die Predigt. Sie war spannend und Impuls gebend. Man merkte das dann auch an der Stille die einkehrte.

Es regnet bereits den ganzen Tag. Kiel überzieht eine geschlossene graue Wolkendecke. Kein Licht, Wind und Regen, Regen, Regen. Ununterbrochen. Ein paar Möwen kreischen, sonst ist es still.

Im offenen Bücherschrank habe ich gestern die „Tagebücher von Käthe Kollwitz“ gefunden. Auf das Lesen derselben freue ich mich.

Heute entrinne ich dem Einheitsgrau noch mal durch einen Besuch im Kino. Wir sehen „Judy“.

Habt einen schönen Sonntagnachmittag und Abend und falls ihr auch von diesem Grau betroffen seid: Lasst euch nicht unterkriegen!.