Freitag mit einer wild gewordenen Bachstelze oder der Wut Calibans

Eine wild gewordene Bachstelze verziert die Autospiegel der Nachbarn mit ihren Hinterlassenschaften. Es erscheint als verzweifelter Versuch, sich im Spiegel an sich selbst satt zu sehen. Oder ist es die Wut Calibans?

Denke an Dorian Gray. Wäre praktisch ein Bildnis zu haben, in das sich die eigenen Sünden einschreiben, um selbst gänzlich unberührt weiter durchs Leben zu wandeln.

Endlich Gewitter. Ich habe ein Faible für Wind und Regen, Sonne liegt mir auf Dauer nicht.

Ich lese Kreisler. Mag es wie er über Kunst schreibt. Messerscharfe, kluge Sätze, die ich nur häppchenweise bewältige.

3 Antworten auf „Freitag mit einer wild gewordenen Bachstelze oder der Wut Calibans

  1. Ich weiß nicht, ob das wirklich so gut wäre, wenn man ein Bildnis wie Dorian Gray hätte. Gänzlich unberührt, da kann man auch als Schaufensterpuppe im Kaufhaus stehen. Andererseits die Vorstellung, heiter und unberührt durchs Leben zu gehen, irgendwann einmal neugierig nach dem Bild auf dem Speicher zu sehen und mit Schrecken festzustellen: Das ist der Mensch, der ich geworden bin, ohne es zu bemerken! (Und gerade sehe ich, dass ich wahrscheinlich Wilde nie verstanden habe.)

    1. Bin mir auch nicht sicher, wie es wäre ohne die konsequenzen des eigenen Tuns tragen zu müssen. Dennoch ich wäre recht froh, wenn das Bildnis anstelle meiner , das Gewicht tragen würde. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich Wilde verstanden habe, aber warum glaubst du ihn nicht verstanden zu haben?

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