Kurzrezension Graf Öderland/Max Frisch

Einer war immer fleißig, immer gediegen, immer pünktlich. Einer fiel nie auf, sagte immer ja, fragte nicht. Einer war immer nett, immer adrett, freute sich stets auf Freitag und erschlug dann den Hauswart.
Aus Langeweile, sagt er. Weil das Leben überall Gitterstäbe hat und es egal ist ob man durch sie am Schalter oder im Gefängnis auf das Leben sieht. Das ist der Mörder.
Was würde wohl aus den Menschen werden, wenn man sie der Hoffnung auf Feierabend, Freitag, Wochenende und Urlaub berauben würde? Das fragt sich der Staatsanwalt.

Was wird aus dem Menschen, wenn man ihn der Hoffnung beraubt?

Oder;  was wird aus dem Menschen, wenn man ihn des Denkens beraubt?

 

 

Julius (12) schreibt die – Fortsetzung von „Wunder“ von Palacio, Raquel J.

Wie ihr wahrscheinlich alle wisst, hatten wir vor ein paar Tagen die Abschlussfeier, bei der auch August eine große Rolle spielte.

Die meisten waren erst geschockt, als August in die Schule kam. So war es auch schwer für ihn, Fuß zu fassen. Die meisten Kinder wollten ihm nicht zu nahe kommen, weil sie Angst hatten, sich anzustecken. Doch August blieb stark und hatte sich nicht unterkriegen lassen. Dann bekam er neue Freunde, die ihn unterstützten und auch stark blieben. Auch die, die einst nichts mit August zu tun haben wollten, wurden seine besten Freunde. Seit der Abschlussfeier gilt August als Vorbild an unserer Schule, für das was er geschafft hat.

Trotz des stetigen Drucks, stark zu bleiben, sich zu wehren. Auch wir lernen daraus, dass es nicht auf das Äußere ankommt, sondern auf das Innere, dass August ein ganz normaler Junge ist, so wie wir auch, und das egal wie man aussieht , man immer noch alles schaffen kann. Doch allein hätte er das nicht schaffen können, wenn ihm nicht Freunde und Mitschüler geholfen hätten.

 

Marina, die kleine Meerjungfrau aufgeführt von den Akademien am Theater Kiel

Schon allein das Bühnenbild und die farbenprächtigen, phantasievollen Kostüme entführten in eine andere Welt. Orchester, Chor und Ballett der Akademien am Theater haben ein professionelles und berührendes Stück auf die Bühne gebracht. Einfach Klasse. „Tosender Applaus am Ende des Stückes im ausverkauften Saal.

Eine Frau neben mir fragt: können sie mir das erklären mit den Akademien?  Das tue ich gern. „So eine Leistung!“, sagt die Dame. So eine professionelles Arbeit! Das möchte ich gleich nächste Woche noch einmal sehen!“

„Es ist ausverkauft“, sage ich. „Leider.“  „Sie müssen das unbedingt weiter geben. So ein berührendes Stück, so großartige Leistungen !“

Ich kann es nur wiederholen, ich halte die Akademien am Theater für einen Glücksfall für Kiel. Was Kinder und Jugendliche dort mitbekommen, welchen Schatz sie erwerben….

Nun bin ich aus der Unterwasserwelt zurückgekehrt. Vielleicht schaue ich mir noch mal die alte tschechische Verfilmung an. Es war mein Lieblingsmärchen schon als Kind und ist es immer noch und jetzt noch einmal mehr.

Im Buchladen oder wie ein verzweifelter Vater bei Whisky Trost suchte und bei Mediamarkt Hoffnung fand

WhiskeyÜberbrückung im Buchladen. Hab mir Klemperer, Speer und Hannelore Hoger  aus dem Regal genommen. Es ist Freitagnachmittag. Ich nehme auf dem roten Sofa Platz. Nie wieder werde ich aufstehen. Das Chili war so lecker, dass ich weit über den Sättigungsgrad hinaus zugeschlagen habe. Doch schon recht schnell vertreibt mich eine Mutter mit Kind aus der Leseecke. Sie lesen ganz leise, nur der kleine Bruder ist abenteuerlustig.

Ich ziehe zur nächsten Leseecke, höre noch, wie der Vater beauftragt wird den jungen Sproß zu betreuen. Es dauert also nicht lange und der Kleine stürmt auch diese Leseecke. „Nein , nicht hier“, sagt der Vater. Das ist ein Buchladen, da wollen die Leute lesen.“

Der Kleine klettert behend auf das rote Sofa. Er verkündet: „Ich mag Boofs!“ Nur um sich schnell ein Buch zu greifen. Der Vater erscheint entlastet. Runde um Runde war er dem Sohn durch den Buchladen gefolgt. Atempause.

“ Gutes Buch“, sagt er zu dem lesenden, älteren Mann. Ich schaue kurz hinüber, aufs Cover. Ich bin ein neugieriger Mensch. „Whisky“ so lautet der Titel.

„Wenn sie wollen , können sie ihr neu erlesenes Wissen auch gleich praktisch anwenden. Das Steigenberger/Conti Hansa hat einmal im Jahr eine wirklich gute Whiskymesse. “

„Zum Zugucken?“, fragt der Leser langsam und sucht nach Worten. „Nein, nein zum Trinken. Und zum Kaufen natürlich. Exzellente Whiskeys!“

„Danke für die Einladung.“ Mit slawischen Akzent spricht der ältere Mann.  Er lächelt jetzt.

Der Kleine springt unterdessen auf dem roten Sofa. „Komm jetzt „, sagt der Vater streng. „Wir gehen zu Mediamarkt. Der Kleine schaut unwillig. „Da kannst du richtig teure Sachen kaputt machen! “  Diesem Angebot kann der Leseeckenrebell nicht widerstehen.  Er tapst an der Hand des Vaters tatfreudig los. Ich wünsche viel Spaß. Der Vater dankt.

Die Kita rockt-Auf musikalischer Entdeckungsreise in der Rockschule Russee

„Musik nimmt einen immer geringeren Stellenwert im Kita Alltag ein.“ (Zitat Bertelsmannstiftung). Bei uns ist das nicht so! Im letzten Jahr  bot ein Vater ein Jahr lang musikalische Frühförderung an, nun haben wir einen rockenden Großvater,  der den Kindern das Ukulele spielen zeigt und uns einen Ausflug in die Rockschule Russee organisierte. Was für ein Glück!

Die Kinder staunen. Unser heutiger Ausflug führt uns in die Rockschule Russee. Schlagzeug und E-Gitarren werden bestaunt. Die junge souveräne Musikpädagogin bringt alle erst Mal mit Stampfen und Klatschen in Schwung. Gar nicht so einfach Hände und Füße zu ordnen.  Dann geht es los: Ich will das rote Schlagzeug und ich das Cello!

Habt ihr auch Trommeln die man um den Hals hängen kann? Die Kinder sind neugierig, probieren Bass, Cello, Keyboard aus. Man staunt über die schnellen rhythmischen Erfolge. Die Anleitung ist professionell und begeisternd.  Der Chef der Rockschule übt mit den Kindern einen Song ein. Am Ende gibt es eine Session.  Das war richtig cool, so die einstimmige Meinung der jungen Besucher. Wir haben für das nächste Kindergartenjahr ein tolles Musikprojekt zusammen mit der Rockschule geplant.  Die Idee allerdings verrate ich nicht. Es ist nämlich unsere gemeinsame Idee.

 

Ein Hoch auf die Krusenkoppel zur Kieler Woche

Man wird ja schnell ungerecht, wenn man gezwungen ist sich ins Getümmel zu begeben.

So bekam die Krusenkoppel im letzten Beitrag nicht das, was sie verdiente. Sie ist nämlich das Gegenstück zu Bratwurstbuden und Angeboten die vornehmlich zum Konsumieren einladen.

Die Krusenkoppel ist Kult. Auf dem erhöhten Gelände entstehen jedes Jahr um diese Zeit, zauberhafte Welten. Dieses Jahr ist das Thema: Unterwasserwelt.

Die Kinder beteiligen sich hämmernd an den magischen Bauten, mit Lehm werden Tiefseeungeheuer erschaffen, Theaterstücke eingeübt. Geschminkt werden kann sich selbst an langen Schminktischen. Und in diesem Jahr erzählt ein Wassermann magische Geschichten. Das größte Kinderkunstfestival Deutschlands.  Ein Gegenentwurf.

Und wer dann von der Unterwasserwelt noch nicht genug hat, kann im Theater Marina, der kleinen Meerjungfrau zuhören und sehen. Eine Gemeinschaftsproduktion der Akademien am Theater deren Premiere hochgelobt wurde. Ich habe sie leider noch nicht gesehen, freue mich aber auf Samstag. Die Akademien am Theater Kiel sind für  die für Musik und Tanz begeisterten   jungen Bewohner dieser Stadt ein wirklicher Glücksfall. Aber davon schreibe ich ein anderes Mal.

Und wer noch mehr sehen will, schaut mal hier: