Outdoortage und Anderes

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Am Vormittag versucht Feuer zu machen mit Stöcken, Steinen, Distel und Zunder. Später Sand und Feuersteine gesucht, Donnerkeile und Seesterne gefunden. Seeschwalben beobachtet, Lehm bearbeitet, Teamspiele veranstaltet. Die Fortbildungstage sind richtig gut.

Verpasst habe ich Karlas Ritt auf dem neuen Pferd und Julius Cellovorspiel. Zuhause angekommen, ist das Haus voller pubertierender 13Jähriger. Während man Mädchen in diesem Alter kaum merkt, auch wenn sie gebündelt auftreten, sieht das bei den Jungs anders aus. Laut und wild.  Julius feiert in seinen Geburtstag hinein.

Ich werd mir noch mal Haselstöcke schneiden, den Feuerversuch wiederholen. Lese gerade „Wir Weicheier“. Nicht meine gängige Literatur, aber in dem was van Creveld zur Kindheit schreibt, gebe ich ihm Recht.

Karla hatte Probeunterricht in Latein und Französisch. “ Und wie wars?“

In Latein wusste ich zwei Wörter: Sklave und Schwert.“

Und Französisch?

„Da hab ich die Marseillaise gesungen. Ganz alleine“

Frage mich welches Licht das auf unsere Familie wirft.

 

 

Was machst du eigentlich so Freitags?

 

fragt Frau Brüllen, weil es ein Fünfter ist. Link. Es ist ein Mai, der kein Mai sein will. Er rebelliert und lässt die Winde wehen. Aber im Haus ist es warm. Wir konterrebellieren mit der Heizung als Waffe. Die Pubertiere hängen müde am Frühstückstisch. Wir waren gestern lange im Konzert gewesen.

Tatsächlich hatte ich damals, das Buch nicht mehr aus den Händen legen können. Es geht um Unterdrückung, „Brot und Spiele“ und Rebellion.

Wir brechen in den nasskalten Tag auf. Nur der Hund chillt. Am Nachmittag bringe ich Karla zum Chor. Nebenan ist ein Buchladen. Zum Glück kann ich dort überbrücken. Anna liest „Tote Mädchen lügen nicht.“ Die Netflix Serie ist umstritten, also nehme ich mir vor einen Überblick über die Thematik zu gewinnen.  Irgendwann bemerke ich Susanne, die ein paar Meter weiter auf dem Sofa sitzt und liest.  Auch sie habe ich Jahre nicht mehr gesehen. Es ist unglaublich, wie viel in drei Jahren passieren kann. Nun ist es Abend geworden. Die Pubertiere wollen einen Film sehen, der Gatte und ich lesen.