Selbstlob-Alltagssplitter

„So was kannst du nicht schreiben“, sagt der Gatte abends. „Was?“

„Na das mit dem Selbstlob, dass jemand deinen Blog so gut findet und das du einfach toll bist.“

Ich bin erschrocken, nicht über  seine Zurechtweisung, sondern darüber, dass er es glaubt. “ Das war ein Diss“, (so würde es Anna in ihrer pubertären Sprache nennen).

Er schaut fragend. Ich wollte jemanden ärgern oder spiegeln.

„Meinst Du ich würde das über mich im Internet so verbreiten ?“ Er zuckt mit den Schultern. Offensichtlich hält er es für möglich.

Neun Stunden tägliche Arbeit liegen hinter mir. Das Holzboot ist gebaut, die Ostereier mit Rasierschaum gefärbt, die Osterkörbe gebastelt, die Tonschälchen fertig, die Kresse gesät, die Eier bemalt, Pompons hergestellt, Osterhasen gebastelt. Ostern kann kommen. Ich bin müde.  Zum Lesen komme ich nicht, aber der Urlaub naht. Der Gatte hemdsärmelig im gelben Regenponcho, baut im Sprühregen den Garten zu Bauland zurück. Es gibt wohl viele Interessenten, die dort bald bauen wollen. Noch nisten die Singvögel in der  Tanne. Auch der Teich muss abgelassen werden.