Ein wenig Leben-von Hanya Yanagihara-Leseeindruck

Begeisterte Stimmen in „Zeit“ und Blogs, ließen mich zu diesem Buch greifen. Trotz des Covers. Zu sentimental erschien mir das schmerzverzerrte Gesicht Judes.

Es soll um eine Männerfreundschaft zwischen vier Männern gehen, so war es zu lesen.

Die Einführung der Charaktere langweilte mich. Die Sogwirkung entwickelte sich erst mit der Entwicklung der Hauptfigur.  Jude der es geschafft hat, angesehener Rechtsanwalt in New York, homosexuell und Borderliner. Die große Stärke des Romans liegt für mich in der Genauigkeit der phänomenologischen Betrachtung der Selbstverletzung. Erst wenn der äußere Schmerz den inneren überdeckt ist das Leben für Jude erträglich. Während Puzzle für Puzzle der Vergangenheit zusammengesetzt wird, wird Gegenwart gelebt. Und hier beginnt die Eindimensionalität der Charaktere ungeduldig zu machen, die Sogwirkung verflacht in fast seicht zu nennenden Gewässer. Jude ist leidend an sich selbst und er ist umgeben von guten Menschen, die alle an ihn glauben.  Und da ist der engelsgleiche Willem, ohne Fehl und Tadel der Jude liebt. Judes Selbsthass und das Gute der sich aufopfernden Freunde, insbesondere Willem,  zieht sich über 1000 Seiten. Am Ende hatte ich wirklich Mühe. Das Buch ließ mich keine neuen Perspektiven einnehmen, das Böse ist böse und das Gute gut. Schade.

Der Schreibstil Hanya Yanagihara´s vermochte mich durchaus zu fesseln, aber etwas mehr Komplexität hätte sie dem Leser zumuten können.

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