Wie war das eigentlich mit dem Jugoslawienkrieg? Karla fragt.

Wieso habt ihr mir eigentlich nicht den Brexit erklärt oder den Jugoslawienkrieg? Warum weiß ich nichts darüber?

Wie kommst du denn auf Jugoslawien?

Ich hab ein Bild gesehen und dann hat C. erzählt das es dort Krieg gegeben hat. Warum?

Ich kann dir aus dem Grammofon vorlesen, da wird es ganz gut sichtbar. Das mit den langen Überschriften?  Ja gut. Aber du sollst es mir jetzt erklären.

Es gab damals Einen der das Land mit stenger Hand führte. Tito.  Soweit ich weiß, war es eine Diktatur. Aber die Menschen die ich bisher getroffen habe aus Ex Jugoslawien standen hinter Tito. „Ein guter Diktator?“

„Karla, ich kenn mich nicht genug aus in der Geschichte Ex Jugoslawiens.

Solange Tito regierte,  lebten Kosovaren, Serben,  Albaner, Bosnier, Mazedonier miteinander. Als Tito starb zerfiel das Land. Verstehst Du? vorher hatte man trotz Unterschiedlichkeiten zusammengelebt. Nach Titos Tod ging es vermehrt darum zu sagen: ich will mein eigenes kleines Land. Nachbarn wendeten sich gegeneinander. Es war schlimm , aber Karla um dir das zu erklären brauche ich Zeit.

Jedenfalls lag dieses Land mit seiner wunderbaren Kultur in Schutt und Asche. Du erinnerst dich an den Cellisten von Sarajevo? Karla nickt.

Wenn es einen Gott gibt, sagt Karla, dann hat er bei den Menschen etwas falsch gemacht.

Nur der Mensch ist so dumm Kriege führen zu müssen.

Ich werde heute abend damit beginnen, dass Buch „Wie der Soldat sein Grammofon repariert“ (Stanisic ) erneut zu lesen. Die Rezension für Randomhouse steht noch aus.

„Einfühlung bedeutet nicht Kritiklosigkeit, aber es bedeutet Verständnis, und in dem Moment, in dem man etwas zu verstehen beginnt, beginnt man die Gründe nachzuvollziehen für das, was man vielleicht immer noch falsch findet, und wenn man die Gründe nachvollziehen kann, ist man schon nicht mehr so sicher, ob man nicht genauso denken und handeln würde, wenn…“(Navid Kermani-Dein Name)

 

Karla beim Fußball-Alltagssplitter

„Ich bin beim Mädchenturnier dabei. Und M. hat mich heute gefragt ob ich traurig wäre, wenn ich dieses mal nicht Torwart bin. Maria möchte nämlich auch ins Tor.

Aber ich hab dann gesagt, dass sie gerne ins Tor kann, weil sie spielt ja auch Handball und so. Wenn sie die Bälle besser halten kann als ich ist das doch gut für die Mannschaft. Ich bin jetzt in der Abwehr.“ Lächelt und geht mit Harry Potter bewaffnet nach oben.

Zusatz: Die Mannschaft hat gewonnen.