Aufbruch-Graf Öderland

Einer war immer fleißig, immer gediegen, immer pünktlich. Einer fiel nie auf, sagte immer ja, fragte nicht. Einer war immer nett, immer adrett, freute sich stets auf Freitag und erschlug dann den Hauswart.

Aus Langeweile, sagt er. Weil das Leben überall Gitterstäbe hat und es egal ist ob man durch sie am Schalter oder im Gefängnis auf das Leben sieht. Das ist der Mörder.

Was würde wohl aus den Menschen werden, wenn man sie der Hoffnung auf Feierabend, Freitag, Wochenende und Urlaub berauben würde? Das fragt sich der Staatsanwalt, der Einzige der den Mörder versteht.

In der Nacht verbrennt er- der Staatsanwalt die Akten , beginnt ein neues Leben. Rebellion.

Im Moment vermag ich kaum bei einem Buch zu bleiben, Graf Öderland aber las ich bis tief in die Nacht und einem Gefühl der Beklemmung.

Mit den Kindern im Kindergarten auf einem Ausflug Bärenklauen gefunden. Der Bär wurde umgehend gesucht. Unterdessen sägte H. mit den „Großen“  Äste zurecht, begann eine Hütte zu bauen.  Nicht irgendeine Hütte-ein Piratenversteck!  Kein Absitzen der Zeit -zum Glück- Freude.

April in den Städten

„April in den Städten. In den öffentlichen Alleen mit braunen Lachen unter dem laublosen Gezweig ihrer alten Platanen.

Schirme, glanznaß und schwarz, Frauen in schwarzen Stiefeln und lehmhellen Mänteln.Lange ist´s her. Mit Geläute  der Münster! Mit Tauwetter in den Straßen, mit kahlen Alleen und Bänken, mit Bläue, mit Sonne am See, mit ziehenden Spiegelwölken in den Scheiben der Häuser! Man trieb durch die Straßen, heimatlos in Schluchten aus bewohntem Stein, und später hat man doch Heimweh nach alldem! Seltsames Herz!“

Aus:“Stichworte“ Max Frisch

Heute ist sein 25. Todestag.