„Träum ich von Deutschland in der Nacht….“

 

Seit Tagen verfolgen mich im Traum,  Folter, Krieg, Verdunklung der Fenster, Angst, Bombenangriffe, Aufmärsche von Nazis.

Heute nacht wachte ich schweißgebadet auf-man hatte eine Ärztin vom Restauranttisch hochgerissen und unter Gejohle weggeschleppt: auf Grund ihrer Hautfarbe. Eine schweigende Menge erstarrt.

Nur die Schreie der Frau und das panische Weinen eines Kindes. Hin und hergerissen zwischen der Angst selbst Opfer zu werden und dem Wissen einschreiten zu müssen, lief ich in eine Buchhandlung und bat den Inhaber die Polizei zu benachrichtigen. Jener, ein Herr in den Fünfzigern, distinguiert, bemerkte ironisch lächelnd: Es hätte schon alles seine Ordnung. Ob ich denn nicht auch der Meinung sei, Deutschland müsse deutsch bleiben…..

Man fand die Frau später, zusammengeschlagen, über ihr ein weinendes Kind.

Schlafen konnte ich nicht mehr und vertiefte mich als Therapie in Hölderlin, wie zuvor in den vergangenen Nächten auch.

 

 

16 Kommentare zu “„Träum ich von Deutschland in der Nacht….“

  1. Ulli sagt:

    Huuu, das sind wahrlich Alpträume, die von der Angst erzählen und von dem, was uns noch in den Zellen sitzt … ich finde, dass dein Text sehr gut in die Blogparade von Anna Schmidt passen würde (siehe mein Beitrag von gestern – Schreiben gegen rechts)
    Ich grüsse dich herzlich und wünsche dir bessere Träume!
    Ulli

  2. Wie kommst du zu solchen Träumen?

  3. Ein schlimmer Träum, der sich nie verwirklichen sollte. Dafür müssen wir alle wach sein 🙂 und dafür kämpfen.

  4. […] Zufall und einen Kommentar bei Xeniana bin ich auf ein Blog gestoßen, das ich noch nicht kannte. “Bunt und farbenfroh” lautet […]

  5. Ich musste so an meine Schwägerin denken … eine furchtbare Vorstellung! Sie ist sehr dunkelhäutig, das Kind heller … ich darf es gar nicht weiterdenken …

  6. madameflamusse sagt:

    ich kenne das meist viel difuser (grad ein Wortblackout weiß grad nicht wie das geschrieben wird)..ich nenne es das Kriegsenkelsyndrom..in unserer DNA liegen die Erfahrungen unserer Ahnen und werden angetriggert. Hatte kürzlich ne Angst Attacke mitten in der Nacht weil im Treppenhaus laute Partyheimkehrer zu hören waren. Und da ist mir eingefallen wie sich meine Oma und meine Großtante versteckt haben als die Russen in die Stadt einzogen bei Kriegsende (auf dem Dachboden).

  7. Wir werden oft nicht fertig mit der täglichen Flut an Informationen von schlimmen Ereignissen auf dieser Welt. Und dann lassen uns diese Bilder auch im Traum nicht los.
    Ja, wir sollten alle wach sein und menschlich bleiben, doch leider haben und hatten wir Menschen immer zwei Gesichter.

  8. Clara HH sagt:

    So und ähnlich stelle ich mir das Dritte Reich vor, über das wir immer noch entsetzt sind. Da werden auch ca. 90 % der Menschen nichts gemacht haben, als die Juden abgeführt, misshandelt, geschlagen, bespuckt und entrechtet wurden.
    Es ist schlimm, diese Zeit.

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