Darf ich vorstellen? Die Stadtbücherei in Kiel-unser zweites zu Hause

Stadtbücherei Kiel 058Birgit mit ihrem wunderbaren Blog Sätze und Schätze hatte die Idee, die lokalen Stadtbüchereien ins rechte Licht zu setzen. Tolle Idee, fand ich und beteilige mich gern. Wir- das bedeutet meist die Kinder und ich, sind oft  in den heiligen Hallen. Hier verliebte sich Julius in die Bücher von Roald Dahl und auch Anna und Karla verlassen die Bibliothek nie ohne Buch. Besonders schön ist der Blick auf die Stenaline. Die Kinder „chillen“ gern in der Comicecke (gestaltet von Katharina Kierzek) die ja wirklich ein Prachtstück ist.  Weitere Informationen zur Kieler Stadtbücherei sind hier zu finden..Stadtbücherei Kiel 001 rStadtbücherei Kiel 007-001Stadtbücherei Kiel 064Stadtbücherei Kiel 040Stadtbücherei Kiel 014Stadtbücherei Kiel 034Stadtbücherei Kiel 032Stadtbücherei Kiel 023  Stadtbücherei Kiel 043Stadtbücherei Kiel 050Stadtbücherei Kiel 076Stadtbücherei Kiel 074-001  Am Ende einer Jagd auf Lesbares,  lässt sich die Beute wunderbar im im Statt-Cafe  sichten. Es ist mein Lieblingfscafe in der Stadt , das auch kulturell viel zu bieten hat.

Märzveilchen-von Sarah Kirsch

9783421045416_Cover[1]Märzveilchen ist ein Buch, das mich vermutlich lange begleiten wird.

Sarah Kirsch, eine der großen deutschen zeitgenössischen Lyrikerinnen, schrieb Tagebuch. Die Lyrikerin entzieht sich Etikettierungen, ebenso in ihrer Prosa . Ihr Tagebuch „Märzveilchen“ gewährt Einblick in das ereignisreiche Jahr 2002. Kleine Miniaturen lyrisch, prosaisch, schnoddrig, spöttisch,  machen auf unverwechselbare Weise  ihr Leben sichtbar. Meist ihren Alltag in Tielenhemme, einem hundertfünfzig Seelenort in Dithmarschen.  Ein Ort, dünn besiedelt, nahezu menschenleer. Hier lebt Sarah Kirsch mit Blick auf den ruhigen Fluss der Eider in einer alten Dorfschule. Mit feiner Beobachtungsgabe beschreibt  sie die Natur. Nebel ,  der wie eine Gummizelle das Haus umschließt, Wind der sich von allen Seiten gegen das alte Schulgebäude wirft.  Politische Ereignisse werden vermerkt: Bombardements in Tora Bora, Übergangsregierung in Afghanistan, Plastiksprengstoff im Strumpf eines Selbstmordattentäters,  George W. Bush in Berlin, Amoklauf in Winnenden.

Erschütternde politische Ereignisse gehen Hand in Hand mit Beschreibungen des gewöhnlichen Alltags.

„Hab wieder mal im Schlafrock mit einem Affenzahn die Mülltonnen rausgerollt, hatte ich gestern vergessen.“ Sie schreibt, malt „Akwareller“, liest,  kocht mit Maxe ihrem Sohn, geht zum Friseur, sieht Tatort. Es ist die Alltäglichkeit welche die kleinen Wunder des Lebens, insbesondere des Landlebens sichtbar macht. Nichts ist zu banal um Eingang in ihre Aufzeichnungen zu finden. Kein Aufregerthema, nichts Dramatisierendes. Das Leben – ein ruhiger Fluss.  Es ist das was für mich den Zauber des Buches ausmacht. Es bildet ein Gegengewicht zu einer Gesellschaft die von Hektik, Atemlosigkeit und Effizienz geprägt ist. „Ein neuer Schwarm Wacholder-und Rotdrosseln seit gestern in den Pappeln, mal am Fluss, mal am Grünen Weg. Hellblau-grau marmorierter Himmel. Dies zu haben ist wunderbar. Abgeschottete Nerven.“

Sie ist eine unkonventionelle Schriftstellerin, die sich jeder Sortierung entzieht.  In ihren Tagebuchaufzeichnungen kommentiert sie mit frecher Berliner Schnauze: „Tach deer Arbeet mit Schrödern in Leipzig.

Sarah Kirsch bearbeitete  ihre Tagebuchaufzeichnungen erst zehn Jahre später,  um sie dann zu veröffentlichen.

Ein leises, sensibles Buch.Ein Buch das ich manchmal täglich aufschlage, dass mich daran erinnert das das Leben ist, mit liebevollen, aufmerksamen Blick.

Zur Autorin: Sarah Kirsch geb. am 16. April 1935 in Limlingerode(Südharz),  verbrachte ihre Kindheit in Halberstadt. Nach dem Abitur begann sie aus Liebe zur Natur eine Forstwirtschaftslehre, brach diese aber bald desillusioniert ab und studierte in Halle/Saale Biologie. Schon hier widmet sie sich bereits der Lyrik und war zusammen mit ihrem Mann Rainer Kirsch Mitglied im „Zirkel junger Autoren“, was einer Kandidatur für den Schriftstellerverband gleichkam. Im Zuge des „Bitterfelder Weges“, der sich dem Bemühen widmete, Arbeits- und Literaturwelt zu verknüpfen, arbeitete sie neben dem Studium am Literaturinstitut Johannes R.Becher in Leipzig in landwirtschaftlichen Großbetrieben und der Produktion. Sie unterschrieb 1976 einen Brief der sich gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns wendete. Die Konsequenzen waren umfassend. Sarah Kirsch wurde aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen und aus der Partei ausgeschlossen. 1977 siedelte sie nach Genehmigung ihres Ausreiseantrages zunächst nach Westberlin über, lebte aber von 1983-bis zu ihrem Tod im beschaulichen Tielenhemme. Die Landschaft Schleswig-Holsteins, insbesondere des in Dithmarschen liegenden Tielenhemme machte sie zum Gegenstand ihrer Poesie. Sie schrieb Lyrik, journalistische Prosa und Kurzgeschichten. Darüber hinaus verfasste sie zusammen mit Ehemann Rainer Kirsch Hörspiele für Kinder.

Sie starb im Alter von 78 Jahren am 5. Mai 2013.

Ihr Tagebuch „Märzveilchen“ erschien 2012 bei Deutsche Verlags-Anstalt München (Random House Verlagsgruppe).

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Ich bin zum schweigen verdammt-von-Michail Bulgakow

9783630874661_Cover[1]“ Bin ich in der UDSSR denkbar?“ Dieser Satz ist dem Buch „Ich bin zum Schweigen verdammt“ vorangestellt.

Michail Bulgakow (1891-1940) gehörte zu den bedeutendsten russischen Schriftstellern, Satirikern des 20. Jahrhunderts.

Das  Buch „Ich bin zum Schweigen verdammt“  vereint seine Tagebucheinträge und Briefwechsel im Zeitraum von 1921 bis 1940 chronologisch geordnet.

Man bekommt schnell einen Einblick in das Leben von Bulgakow, der seinen Beruf- er war Arzt- an den Nagel hängt um sich fortan allein dem Schreiben zu widmen. Seit sechs Wochen ist er nun in Moskau und berichtet der Mutter in einem Brief voller Stolz, dass er genügend Kartoffeln und Brennholz für den Winter habe. Sein Ziel: in drei Jahren wieder über genügend Geld für Nahrung, Bücher und Möbel zu verfügen.

Das Moskauer Leben mit seinen alltäglichen Sorgen, meist am Existenzminimum, findet immer wieder Niederschlag in den Aufzeichnungen, ebenso wie der Kampf mit den Redaktionen, der Kampf um Veröffentlichung, die Grausamkeit der Zensur und der Wille sich nicht verbiegen, zum „NEUEN MENSCHEN „erziehen lassen. Bulgakow ist immer wieder gesundheitlich angeschlagen. Auch macht ihm eine offenbar gutartiger,  aber lästige Geschwulst hinter dem linken Ohr zu schaffen. Schlaglichter fallen auch auf innen- und außenpolitische Ereignisse, subjektiv gewichtet. So finden Lenins Tod und Stalins Aufstieg kaum Erwähnung. Stalin selbst lässt es sich nicht nehmen fünfzehnmal ein Theaterstück von Bulgakow zu besuchen. Ambivalent muss die Beziehung sein.

Bulgakows Tagebuchaufzeichnungen enden 1926. Der Schock sitzt tief als bei einer Hausdurchsuchung die persönlichen Schriften beschlagnahmt werden.

Später wird er auch als Schriftsteller mundtot gemacht. Seine Werke werden nicht mehr publiziert. Bulgakow stirbt innerlich und äußerlich geschwächt 1940 an Nephrosklerose

Nach dem Lesen des Romanes “ Der Meister und Margarita“ der mich sehr begeisterte, war ich gespannt auf diese Sammlung persönlicher Aufzeichnungen. Man bekommt einen Einblick in das Leben eines nicht konform gehenden, begnadeten Schriftstellers zur Zeiten der stalinistischen Ära. Einer der schreiben muss. Einer der schreiben kann! Einer der nicht schreiben darf.

Für die  die Bulgakow lieben, ist dieses Buch ein Muss, aber genauso auch für Jene die  ihn kennen lernen wollen. Ein wunderbares Buch!

Dieses Buch kann sich auch den Lesern ohne Kenntnis des Werkes von Bulgakow erschließen. Etwas Kenntnis der stalinistischen Ära ist aber sicherlich hilfreich.

Das Buch von erschien im März 2015 im Luchterhand Verlag (Random House Verlagsgruppe).

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die andere Seite des Himmels von Jeannette Walls

„Spricht nicht darüber. Das wird alles nur noch schlimmer machen.“9783453357969_Cover[1]

Im erzkonservativen Byler unterscheidet sich das Leben erheblich von dem Dasein, das Liz und Bean bisher in Kalifornien führten. Aber Kailfornien ist weit, die Mutter mal wieder auf einem ihrer Selbstfindungstripps verloren gegangen, die Väter der beiden Teenager nicht existent. Für die Mutter scheinen die Töchter nur eine  Verlängerung ihrer selbst zu sein. Im steten Strudel aus Dramatik und Euphorie bemerkt sie nicht, dass ihre Kinder auch eigene Wünsche, eigene Träume, ein eigenes Leben haben.

Amerika in den Siebzigern.

Liz ist  fünfzehn, ihre Halbschwester Bean zwölf, als ihre Mutter dieses Mal für eine längere Zeit verschwindet.

Sie tauchen unter, als die  Polizei vor der Tür steht. Mit einem Greyhoundbus geht es auf eine weite Reise nach Virginia, dort soll ein Bruder der Mutter leben, Onkel Tinsley.

In Byler beginnt für die Mädchen ein anderes Leben. Zum äußeren Umbruch kommt der innere Umbau der Pubertät dazu, für den  aber eigentlich keine Zeit bleibt. Liz und Bean haben genug mit dem alltäglichen Überlebenskampf zu tun.

Die Handlung der Geschichte  gleicht einer Heldenreise im Märchen. Die (fast noch) Kinder brechen auf,  von einem Dasein, das meist schwierig, doch von innerer Freiheit geprägt ist, in ein Leben das  hinter der konservativen Idylle auch seine dunklen Seiten verbirgt.

Es sind schöne und  bittere Erfahrungen  zu bewältigen.  Die Heldinnen des Romans stellen sich dem Leben, das nicht immer  auf ihrer Seite zu sein scheint mutig und meist unerschrocken.

Die beiden ersten Romane von Jeannette Walls begeisterten mich, besonders der Roman  „Schloss aus Glas“ in dem  die Autorin ihre eigene Biografie aufarbeitet. Jeannette Walls ist eine wunderbare Erzählerin. Das Motiv  einer Kindheit im Chaos verbunden mit Widerstandskraft und dem Finden des eigenen Weges  sind die Themen, die  ihre Romane durchziehen. Die andere Seite des Himmels ist ein spannender Roman über zwei Mädchen die ihrem Schicksal selbstbewusst und gewitzt  die Stirn bieten

Das Buch erschien in deutschen Übersetzung im März 2015 im Heyne Verlag (Randomhouse Verlagsgruppe).

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Der Illusionist von Steven Galloway

9783630874579_Cover[1]Da verliert einer langsam sein Erinnerungsvermögen und füllt die Leerstellen mit fremden Leben. Viele Fakten lässt uns der Autor über diesen Mann, Martin Strauss, der gerade eine beunruhigende Diagnose von seinem Arzt erhält, nicht zukommen.

Der Illusionist, der im Roman als Zwischenerzähler fungiert, lebt allein und leidet an Konfabulation.

Ob er leidet, kann man indes in Frage stellen, denn Strauss erinnert sich an ein atemberaubendes Leben in der Nähe des großen Magiers Harry Houdini. Seine einzige Aufgabe bleibt allerdings, die eigentliche Hauptperson des Buches in den Vordergrund zu rücken.

Die Hauptperson Harry Houdini alias Erik Weisz,  erlangt zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch spektakuläre Stunts und Entfesselungsaktionen Weltruhm. Strauss hält sich für dessen Mörder, einen Mord den er nicht begangen haben kann.

Der Autor Steven Galloway begibt sich auf  die Spuren Houdinis.

Houdini hineingeboren in eine jüdische  Budapester Familie, die schon bald nach Amerika emigriert und vorerst in Armut lebt,  muss schon früh seinen Teil  zum Lebensunterhalt beitragen.  Zaubertricks sind seine erste Einnahmequelle.  Er erarbeitet sich den Aufstieg vom Kleinkünstler zum großen Star der Weltbühnen mit harter Arbeit und dem beständigen Spiel mit dem Tod. „Mehr gewagt hat keiner.“

Houdini fasziniert durch spektakuläre  Aufführungen. Zudem  verkehrt er in spiritistischen Kreisen ohne selbst Spiritist zu sein.

Später  wird ein großer Antrieb seines Leben die Entlarvung der spiritistischen Täuschungen sein.  Dieser Tatsache, wie auch seiner vermuteten Nähe zu Geheimdienstkreisen ist es geschuldet, dass   bis heute über Houdinis Tod spekuliert wird: „Wie starb Houdini wirklich?“. Wer war  Schuld an seinem Tod?

Der Autor Steven Galloway hält sich an historische Fakten, nicht ohne manche Annahmen und Details  auszuschmücken.

Ein Roman der  zu fesseln vermag in der steten Auslotung der Grenzen zwischen Illusion und Wirklichkeit und der einen faszinierenden Einblick in die magische Welt zu Beginn des 20. Jahrhunderts bietet.

„Der Illusionist“ war für mich ein eher zufälliger Buchfund. Um so mehr freute es mich, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen wollte.  Ein sehr lesenswerter, faszinierender Roman, den ich gern weiterempfehle.

Steven Galloway, Jahrgang 1975,  ist kanadischer Romanautor und publizierte bisher vier Romane. “ Der Cellist von Sarajevo wurde ein internationaler Bestseller. Er unterrichtet Creative Writing an der University of British Columbia. und lebt mit seiner Familie in Vancouver.

Die Deutsche Erstausgabe des Romans „Der Illusionist“ erschien am 23. März 2015 im Luchterhandverlag (Verlagsgruppe RandomHouse).

Aus dem Englischen übersetzt wurde es von Benjamin Schwarz.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Wenn du jetzt bei mir wärst-Eine Annäherung an Anne Frank von Waldtraut Lewin

9783570171080_Cover[1]“ Ich will fortleben, auch nach meinem Tod.“

Diesen  Satz aus dem Tagebuch der Anne Frank stellt die Autorin Waldtraut Lewin ihrem Jugendroman voran.  Es wird um Anne Frank gehen,  um die Ursprünge der Judenverfolgung, dem Antisemitismus und dem Nahostkonflikt.

Alles beginnt mit einer Führung durch das Anne Frank Haus in Amsterdam.

Die Erzählerin „Corelli“  beschreibt ihre Eindrücke die sie hier  empfindet. Acht Menschen haben sich in diesem Haus über zwei Jahre auf engstem Raum versteckt, um den Nazis zu entkommen. Das Versteck wird verraten für Kopfgeld. Das Haus hat die Empfindungen kaum bewahren können. Gerüche, Töne, Gefühle gibt es nicht preis. So empfindet es Corelli, die selbst Jüdin ist. Das Haus spricht nicht zu  ihr.

“ Stunde um Stunde durchstreifen die Menschen Raum für Raum, mit neugierigen oder gleichgültigen Blicken – eine Attraktion mehr im Besuchsprogramm einer wunderschönen Stadt.“ Ist es Pflichtprogramm, fragt sie sich, von didaktischen Erziehern aufgenötigt?

„Man denkt das Haus müsse sich wehren.“ 

Die Fiktion: Was wäre wenn Anne lebte? Anne hat es satt, eingesperrt in einem Buch zu sein. Sie will nicht mehr belehren und doch darf es nicht passieren, dass diese Vergangenheit dem Vergessen anheim fällt. Anne verlässt das Haus und begibt sich mit Corelli in die Welt um gegenwärtig zu sein.

Wie fühlt sich die heutige Welt aus der Sicht  Anne Franks, einem 14 Jährigen Teenager, an?

Es ist jugendlicher Überschwang im Beginn. Scheinbar bleibt Anne auch nicht lange vierzehn Jahre alt, sondern reift in wenigen Tagen zu einer jungen Dame heran, die mit Corelli  Wein trinkt und sich in Haile verliebt.

Seine Stärke entwickelt das Buch nach den ersten fünfzig Seiten.

In Grundzügen versucht sich die  Autorin folgenden Fragen zu nähern:

Was ist Zionismus?

Warum wollten viele Juden nach dem Krieg lieber nach Palästina, als im alten Europa zu bleiben ? Wie kam es zur Gründung Israels und worauf beruhen die Kämpfe zwischen Arabern(Palästinenser) und Juden.  Um was geht es im Nahostkonflikt?

„Wenn du jetzt bei mir wärst“ ist ein Buch, das ich trotz anfänglicher Längen empfehlen kann.

Ein Buch, das einen guten Einstieg in die komplizierte Geschichte des Nahostkonfliktes bietet, wenn es auch manchmal als gewagtes Vorhaben erscheint, die Ikone Anne Frank in die heutige Zeit zu versetzen um mit ihr große Zusammenhänge der Zeitgeschichte erklären zu wollen.

Das Buch ist 2015 bei cbj Kinder- und Jugendbuchverlag(RandomHouse Verlagsgruppe) erschienen.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Turbot, easel, ampersand-Little Britain von Christian Zaschke

9783442313792_Cover[1]

Christian Zaschke, Korrespondent und Kolumnist für die Süddeutsche Zeitung haben es die Worte Turbot,  easel und ampersand angetan.

Im kleinen Büchlein mit typisch britischen Cover findet man ausgewählte Texte seiner Kolumne.

Er betrachtet den Alltag in London mehr oder weniger humoristisch. Erzählungen von  seiner neuen  Wohnung, seiner alten Wohnung, einem Abend im Pub, selbstklebenden Briefmarken und dem immer präsenten Wetter.

Es regnet immer in Great Britain, selten aber den ganzen Tag. Man übersteht Regengüsse im Pub oder im Museum.

Dank der Lektüre “ Little Britain“ erfuhr ich von eingeschleusten artfremden Details in Turners Bildern( hier im verlinkten Bild zu sehen). Ob man mit diesem Wissen in Deutschland promovieren könne wird Zaschke gefragt: „oder meinst du, das wissen da schon alle? Ich verneinte entschieden.“

Dem Lesen der Museumskolumne ließ ich virtuelle Betrachtungen von Turners Bildern folgen. Das Krokodil auf dem Felsen faszinierte die ganze Familie.

Der Beitrag zu ampersand amüsierte mich. Warum ist Bob mein Onkel und in wie viele Varianten lässt sich das Wort Idiot ins Englische übersetzen? Allein den Redewendungen hätte ich ein weiteres Kolümnchen gegönnt. Es bleibt leider sehr an der Oberfläche, ein „very british“ Gefühl will sich beim Lesen nicht einstellen, auch hätte ich dem Buch ein wenig mehr englischen Humor gewünscht.

Ich glaube dieser  Kolumne hätte es gut getan Kolumne zu bleiben. In Buchform vermochte es mich nicht zu  überzeugen.

Das Buch erschien 2014 im Goldmann Verlag (RandomHouse Verlagsgruppe).

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.