Bei den Wikingern/Alltagsblitzlicht

fred_wikinger_cover_web-300x268Karla und Julius haben sich in den vergangenen Wochen unterrrichtsbedingt mit den Wikingern auseinandergesetzt. Runenalphabet, Schmiedekunst, Langhüttenbau und vieles mehr bewegte die Beiden. Sogar der Fasching stand in Julius Klasse unter diesem Thema.  Julius stellte sein Kostüm voller Freude und ohne Hilfe her. Bei Wortakzente fand ich das tolle Hörspiel „Fred bei den Wikingern“, dass einfach super zum Thema passte, deshalb auch gleich bestellt wurde. Ein wunderbares Hörspiel! Karla unsere Frühaufsteherin verbrachte fasziniert den Samstagmorgen damit. Wikinger 004Wikinger 011Wikinger 012Wikinger 017

Festgelesen in einem bitterbösen Kinderbuch

„Mütter und Väter sind komisch. Ihr eigenes Kind kann eine noch so widerlich kleine Ratte sein- sie bilden sich trotzdem ein, er oder  sie sei eine Offenbarung. Manche Eltern gehen sogar noch weiter. Sie werden aus lauter Liebe so verblendet, dass sie an ihrem Kind die Anzeichen eines wahren Genies erkennen.

Das wäre ja alles nicht so schlimm. So geht´s eben zu auf der Welt. Nur wenn diese Eltern auch noch anfangen, uns was vorzuschwärmen von den Wundergaben ihrer Sprösslinge…aus „Matilda“ von Roald Dahl

Über den Rest der Gemeinheiten lege ich erstmal den Mantel des Schweigens. Es scheint um ein kleines Mädchen zu gehen, das lieber liest als fernzusehen und damit den Ärger ihrer Eltern auf sich zieht. Fürchte ich werde diese Nacht lesend verbringen.Matilda

„Der Schluckspecht“ von Peter Wawerzinek/Leseeindruck

„Der Schluckspecht“ ist ein brillanter Roman, dessen Sprachwitz und Leichtigkeit dem Thema Sucht sehr nahe kommt. Es ist der sprachlichen Meisterschaft Wawerzineks zu verdanken, dass dieser Roman mich nicht herabzieht, sondern mit einer Portion Leichtigkeit, Poesie und Humor am Abhang entlang balancieren lässt. Oft habe ich geschmunzelt beim Lesen dieses Buches.

Der Protagonist, von den  Eltern im zarten Kleinkindalter verstoßen, wächst bei Onkelonkel und Tante Luci auf. Tante Luci , heimliche Hauptperson des Romans,  ist ebenso lebensklug wie humorvoll, ebenso weise wie eigenwillig.

Eine Tante Luci, erschaffen als lebenskluge, wilde Alte, als Mutterersatz der dem Leben mit einem starken Lachen,  zupackend die Stirn bietet. Wer hätte nicht Jemanden wie Onkelonkel und Tante Luci in seinem Leben haben wollen. „Die Welt ist voller seltsamer Typen und Geschichten über sie“, lässt der Autor Tante Luci sagen.  Die Tante ist es, die das Talent des Protagonisten erkennt,  ihn bestärkt zu schreiben.

Aber da ist auch der Alkohol. Selbstmedikation auf die Narbe des elternlosen Daseins.

„Der Alkohol ist ein Gift. Das haben die Physiologen bewiesen. Aber gegen den Alkohol ist damit gar nichts bewiesen. Denn ein Gift kann immer noch eine Medizin sein.“

Diese Worte von Egon Friedell sind dem Roman vorangestellt,  nehmen das Thema des Romans vorweg. Eine Geschichte über ein  Leben unter denkbar schwierigen Startbedingungen, glücklichen Fügungen, Verletzungen, Narben und dem Versuch, nicht nur zu überleben, sondern zu leben.  Alkohol ist Rettung und Untergang, Medizin und Gift zugleich. Und doch nimmt der Roman ein ermutigendes Ende. Auf dem Ulenhof lernt der Held des Buches ein Leben ohne Krücken kennen und auch Tante Luci entdeckt dort ein neues Leben.

Ein sehr lesenswertes Buch.

Das Buch gefunden  in einer  Rezension von Sätzebirgit. Ihrer Rezension habe ich es zu verdanken, ein wunderbares Buch gelesen zu haben.

Eine schöne und ausführliche Rezension zum „Schluckspecht“  ist auch bei Lustauflesen zu finden