„Vor dem Fest“ Ein Leseeindruck

“ Vor dem Fest“ von Sasa Stanisic ist ein Buch über das ich nicht schreiben wollte.

Ich wollte nicht das intellektuell zerlegen,  was mich  beim Lesen emotional sehr berührt hatte.

Ich  belasse es dabei bei mir zu bleiben, bei dem was das Buch für mich besonders machte und macht, ohne auf den Inhalt des Romanes einzugehen. Das können Andere ohnehin besser. Eine schöne Rezension fand ich zum Beispiel bei literaturen,  Masuko und Bibliomaniac´s Diary.

Schon der erste Satz  im Buch beschwört etwas herauf, dassich für mich schwer in Worte fassen ließ. Mich berührte  die Stille, die Atmosphäre, der Sprachklang.  Mein inneres Tempo wurde langsamer, dafür nahm die  Intensität des Lesens  zu. Ich  tauchte ab in längst verloren Geglaubtes. Ein Gefühl von Heimat oder dem was davon noch übrig ist. Ein Nachklang von dem was  mir Heimat war, unwiederbringlich am Sterben, am Vergehen, ist vorbei, kommt nicht wieder. Gerüche, Töne, Bilder, Geschmack all das tauchte bereits beim Lesen des 1. Satzes auf, sinnliche Wahrnehmungen der Vergangenheit. Stanisics Sprachklang hatte mich erwischt. Später als die Tonart wechselt, änderte sich auch mein Modus des Lesens,  etwas rationaler, beobachtend.

Ein Buch, dass ich eigentlich schon nach dem 1. Satz nicht mehr weiter lesen wollte, weil ich Angst vor der letzten Seite hatte. Vielleicht gibt es diese Dörfer irgendwann nicht mehr, aber dieses Buch  gibt es und wird für mich eine Tür bleiben in Tage der Kindheit und Jugend.

 

Morgen liest Sasa Stanisic im Literaturhaus in Kiel.

 

11 Kommentare zu “„Vor dem Fest“ Ein Leseeindruck

  1. finbarsgift sagt:

    klingt interessant!
    Gehst du hin zur Lesung morgen?

  2. Da hast du mich sehr neugierig gemacht, ich glaube, dies ist ein Buch, was ich unbedingt lesen muss. Schade, dass Kiel zu weit ist, sonst wäre ich gerne higegangen. lg Marlies

  3. Klingt super, ich freue mich schon auf die Lektüre. Ich sehe Sasa Stanisic übrigens Ende Mai bei Prosanova und freue mich schon sehr darauf. 🙂

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