Letzte Fragen an das Jahr/Klavki

Klavki literaturSeilen wir uns noch ab- mit Bettlaken oder ist unsere Seele schon angeleint?

Schütteln wir noch Sand aus den Büchern oder rieseln nur noch Sandkörner durch uns, die uns begrenzen?

Schnüren wir noch manchmal unsere Kindertraumschuhe?

Lächeln wir noch übermütig verschworen? Wie damals als wir mutig zum Mond flogen?

Verirren wir uns noch dunkelblau in Büchern, in kräftigen Buchstaben?

Pflanzen wir noch Länder aus Wolken und stopfen unsere Dächer mit Regentropfen?

Leihen wir uns noch die Unendlichkeit der Götter?

Schreien wir noch-mit gefährlichen Übermut-um die Götter zu wecken?

Schimpfen wir die Vollkommenheit noch einen Krüppel?

Halten wir noch die Hand dem Wunder hin?

Sind wir noch zuhause in jenem Nirgendwo, das wir einst schwärmerisch Freiheit nannten oder fangen wir unsere Aufbrüche in Treibnetzen?

Glauben wir noch mit Leichtigkeit an jene Irgendwann-Möglichkeit oder haben wir uns längst an das gewöhnt, was wir flüchteten?

Planen wir noch ein Leben?

Zu hören am Literaturtelefon Kiel

12 Kommentare zu “Letzte Fragen an das Jahr/Klavki

  1. buchwolf sagt:

    Ich wünsche dir und deiner Familie ein gutes neues Jahr!
    Wolfgang

  2. Ich habe dieses Literaturtelefon in Kiel angerufen und war begeistert über diese Institution – stelle fest, dass es das auch im hiesig hessischen, in Frankfurt gibt. Vielen Dank & Guten Rutsch !

  3. wildgans sagt:

    Bei uns nadelt kein Baum, wir denken permanent chaotische Herbheiten- und Dir wünsche ich beste Handhabung der persönlichen und der Familienangelegenheiten!

  4. evazins sagt:

    Ich kann alle Fragen aufrichtig bejahen – zum Glück. 🙂
    Wünsche dir eine hervorragendes neues Jahr!
    Liebe Grüße,
    Eva

  5. Ja: kräftige Buchstaben braucht das Land ! LG

    NK

  6. wortwesen sagt:

    Mir kam beim Lesen gerade der Gedanke, ob wir ein Leben in Leichtigkeit planen können.

    Ich glaube, wir haben uns an ein Leben, was wir einst flüchteten längst gewöhnt – eine Art Netz zieht sich langsam um uns zusammen. Big data.
    Freiheit muss neu definiert werden, um sie bewusst erobern zu können.
    Erreichte Freiheit wird nur kurz genossen. Dann geht sie in den Alltag über und wir suchen sie erneut in neuem Gewand.

    Dein Eintrag beeindruckt mich sehr. Danke.
    LG bmh

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