Herbsttag/Rilke

 

Herr: es ist Zeit.  Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
Und auf den Fluren lass die Winde  los.

    

Befiehl  den letzten Früchten voll zu sein;
Gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
Dränge sie zur Vollendung hin und jage
Die letzte Süße in den schweren Wein.

    

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist,  wird es lange bleiben,
Wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
Und wird in den Alleen hin und her
Unruhig wandern,  wenn die Blätter treiben.

 

Sitze am Fenster,während ich vorbereite und versuche mich zu konzentrieren(es gelingt nicht).Ich weiß ja nicht, wie es bei euch ist aber hier versinkt alles im Einheitsgrau,Sprühregen seit dem Morgen. Da hilft nur lesen, lange Briefe schreiben und bei Kerzenlicht Kakao oder Tee trinken…..Herr der Sommer war sehr groß

 

3 Kommentare zu “Herbsttag/Rilke

  1. dekabrista sagt:

    Einrollen, lesen, Tee … das wäre was. 🙂

  2. waehlefreude sagt:

    Hallo.

    Dieses Gedicht hat mich schon vor 2012 begleitet und nun ist 2016 und es begleitet mich immer noch. Zum Glück gibt es in Marsberg keine richtigen Alleen. 😉

    Liebe Grüße,
    Frank

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